27.11.2014

100 Jahre Stadtmuseum Oldenburg

Am 1. Januar 1915 trat die Stadt Oldenburg das Erbe des Sammlers und Kunstmäzens Theodor Francksen an. Sie übernahm damit gleichzeitig die Verpflichtung, die umfangreichen, in den beiden Villen des Gründers untergebrachten Sammlungen als ‚Heimatmuseum‘ zugänglich zu machen. Noch heute bildet der von Francksen hinterlassene Bestand an Objekten insbesondere zur Kunst- und Kulturgeschichte Oldenburgs den Kern des heutigen Stadtmuseums.

Der runde Geburtstag bietet dem Museum einen willkommenen Anlass, erstmals im Rahmen einer größeren Sonderausstellung auf das Leben und Wirken des Stifters und die wechselvolle Geschichte des Hauses einzugehen. Zu sehen ist die Ausstellung „100 Jahre Stadtmuseum Oldenburg“ vom 29. November 2014 bis 22. Februar 2015. Drei Kuratoren zeichnen für die Jubiläumsausstellung verantwortlich. In der ersten Ausstellungsabteilung, die vom Leiter des Stadtmuseums Dr. Andreas von Seggern erarbeitet wurde, stehen bislang unbekannte Exponate aus dem persönlichen Nachlass Theodor Francksens im Mittelpunkt.

Daran schließt sich der von Dr. Lioba Meyer kuratierte zentrale Teil der Präsentation an, in dem Museums- und Stadtentwicklung anhand von ausgewählten Sammlungsstücken miteinander verknüpft werden. Interaktive, aufwändige Installationen wenden sich den Perspektiven für die Entwicklung von Stadtmuseum einerseits und Stadt anderseits zu. Viele Oldenburger, die hier geboren oder zugezogen sind, kommen zu Wort. Ihre Meinung ist gefragt, wenn es um das Miteinander, das Alltagsleben und das Wohnen in der Stadt geht. Digitale Malereien des Grafikers Thomas Robbers zeigen markante Straßenzüge und Gebäude der Stadt. Eine Lichtinstallation des Oldenburger Künstlers Eckhard Dörr fordert zu einem virtuellen Gang durch 100 Jahre Museumsgeschichte auf. Den Visionen, Wünschen und Ideen der Oldenburger zur Zukunft des Stadtmuseums widmet die Berliner Künstlerin Käthe Wenzel einen großen Cartoon unter dem Titel „Die Zukunft der Vergangenheit – Reisen ins Gestern“.

Abschließend präsentiert Kuratorin Dr. Sabine Isensee herausragende Stücke der Kunstsammlung im klassischen Stil der Petersburger Hängung. Dazu zählen Kupferstiche von Albrecht Dürer, Radierungen von Francisco de Goya und Max Klinger ebenso wie Gemälde von Franz Radziwill oder Skulpturen von Udo Reimann. Dem Besucher erschließt sich so exemplarisch der Facettenreichtum einer mittlerweile ein Jahrhundert andauernden Sammlungstätigkeit für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm begleitet nicht nur die Ausstellung, sondern das gesamte Jubiläumsjahr 2015. Darunter sind auch drei neue Formate: „Doppelkopf“-Führungen, bei denen sich zwei Historiker die Bälle gegenseitig zuspielen und den Teilnehmern Wissenswertes über das Leben in Oldenburg vor 100 Jahren erzählen; Führungen unter dem Titel „Verborgene Schätze“ durch die Francksen-Villen, die besondere Exponate in den Mittelpunkt rücken; und eine Tastführung für Menschen mit Sehbehinderung. Weitere Informationen zu den neuen Formaten und dem Rahmenprogramm der Ausstellung sind dem aktuellen Ausstellungsflyer zu entnehmen sowie auf der Internetseite unter www.stadtmuseum-oldenburg.de/fuehrungen-praxis/aktuelle-fuehrungen-workshops/ zu finden.

Zur Ausstellung erscheint mit freundlicher Unterstützung der Oldenburgischen Landesbank (OLB) ein reichhaltig illustriertes Magazin zum Preis von 8 Euro.

Die Ausstellung wird gefördert durch die VR Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland, die Oldenburgische Landschaft, Cewe und die EWE Stiftung.