21.10.2014

Artothek Oldenburg präsentiert Griffelkunst

Die neuen Editionen der Griffelkunst-Vereinigung werden vom 27. Oktober bis 2. November 2014 in der Artothek Oldenburg, Peterstraße 1, präsentiert. Die Ausstellung gibt spannende Einblicke in aktuelle druckgrafische und fotografische Positionen von zehn Künstlerinnen und Künstlern, aus denen die Mitglieder der Griffelkunst-Vereinigung ihre Blätter auswählen können.

Zu sehen sind Fotografien aus dem Nachlass von Heinrich Kühn (1866-1944), der zu den Pionieren der Kunstfotografie zählt. Die sechs s/w-Fotografien mit Naturmotiven stammen aus seinem Spätwerk ab 1930 und zeigen sein meisterliches Spiel mit Licht und Schatten auf. Der Kölner Bildhauer Thomas Straub hingegen hat experimentelle Siebdrucke mit Jademehl und Transparentlack auf Fotokopien gefertigt, die faszinierende Porträts aus dem 16. Jahrhundert zeigen. In die Welt der Traumdeutung führt der niederländische Künstler Marcel van Eeden ein, der sich in seinen Radierungen von Sigmund Freuds berühmtem Buch inspirieren ließ und daraus den „Traum eines Chemikers“ visualisiert hat.

Der Hamburger Künstler Axel Loytved hat für seine konzeptionelle Edition „What a Day“ eine Serie mit vier Stempeln entwickelt, deren Motive auf verwaschenen Stempelabdrücken basieren und mit der Erinnerung an ganz bestimmte Tage spielen. Die nachtschwarzen Fotografien der Berliner Künstlerin Linn Schröder aus der Serie „To the Moon“ entführen den Betrachter in die Welt der Phantasie und Magie, denn die abgebildeten Motive tauchen aus dem geheimnisvollen Licht des Mondes auf. Auch der Hamburger Künstler Friedrich Einhoff stellt eine Serie von Fotografien vor. Die Fotografien sind experimentell mit Hilfe von historischen Glasnegativen entstanden, auf denen Fragmente von Personen zu erkennen sind. Als skurriles wiederkehrendes Detail ist der Daumenabdruck des Künstlers zu erkennen, der die Glasnegative mit frischer Farbe an den Händen bearbeitet hat.

Auch das Angebot der Einzelblätter ist vielfältig: Die Besucher können sich auf sechs Farbradierungen des englischen Künstlers David Tremlett freuen, die von seinen rhythmischen Kreidezeichnungen in den Druck übertragen wurden. Von Lorenz Estermann liegen zwei Farbsiebdrucke vor, auf denen er funktionslose Türme in leuchtenden Farben auf das Papier bringt. Grellbunt sind die Kombinationsdrucke des in Hamburg lebenden Künstlers Oliver Ross. In seinen collagehaften Grafiken wimmelt es an Bildfragmenten, die die Kommunikation mit dem Betrachter suchen. Der Künstler Thomas Kilpper schließlich hinterfragt in seinem Triptychon aus drei Hochdrucken den Zusammenhang zwischen Kunst und Freiheit und ob Kunst die Gesellschaft tatsächlich einen kann.

Der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V., die 1925 gegründet wurde, gehören heute mehr als 4.400 Mitglieder in ganz Deutschland an. Die Artothek Oldenburg ist seit 1992 Mitglied der Vereinigung und besitzt zahlreiche Griffelkunstblätter in ihrem Sammlungsbestand.

Öffnungszeiten und Ausgabe der Werke
Die Ausstellung kann am Montag, 27. Oktober, und Donnerstag, 30. Oktober, von 15 bis 19 Uhr in der Artothek besucht werden. Der Eintritt ist frei. Die Wahl und Ausgabe der Grafiken erfolgt am Donnerstag, 30. Oktober, von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag, 2. November, von 15 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen zur Griffelkunst gibt es im Internet unter www.stadtmuseum-oldenburg.de/artothek/griffelkunst