16.01.2019

Ausstellungsprogramm 2019

The Active Guest − Soloausstellung Nina Fischer & Maroan el Sani
31. Januar bis 31. März 2019

Die erste Übersichts-Soloausstellung des seit 1993 gemeinsam arbeitenden Künstlerpaares in Deutschland umfasst Filme, Fotografien und installative Objekte von 1998 bis heute. Fischer & el Sani sind einerseits künstlerische Chronisten der Veränderung Deutschlands nach der Wiedervereinigung, nehmen auf ihren künstlerischen Recherchereisen aber auch immer eine globale Perspektive ein. Dabei gehen sie meist von besonderen Orten aus − Orten politischer Machtentfaltung, ökologischer Katastrophen, vergangener Avant-Garden und veralteter Utopien. Sie verwenden souverän dokumentarische und fiktionale wie filmische und photographische Elemente. Die Arbeit „Die Marginalisierten“ beschäftigt sich mit dem Phänomen der DDR-Indianer und entsteht unter anderem im Auftrag des Edith-Russ-Hauses.

On Sex Work (Arbeitstitel)
19. April bis 23. Juni 2019

Um das Thema Sexarbeit dreht sich eine langjährige und intensive Diskussion. Sie ist emotional sehr aufgeladen, da sich hier viele zentrale gesellschaftliche Fragen bündeln: Themen wie der menschliche Körper, Sexualität, Menschenwürde, Gleichberechtigung, LGTBQ, Selbstbestimmung, Prekariat, Migration, Menschenhandel, Sklaverei, organisierte Kriminalität, Drogen und Untergrund. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter leben im Schatten der Gesellschaft und werden in dieser Debatte kaum gehört. Die in der Ausstellung versammelten Werke wollen sie daher selbst zu Wort kommen lassen. Ein besonderes Highlight der Ausstellung sind die Auftragsarbeiten, die von Petra Bauer (Schweden) und Daniel Jacoby (Peru) für das Edith-Russ-Haus gefertigt werden.

Ho Tzu Nyen: Soloausstellung (Arbeitstitel)
11. Juli bis 29. September 2019

Das Edith-Russ-Haus zeigt die erste Übersichts-Soloausstellung des Videokünstlers und Theaterregisseurs Ho Tzu Nyen in Deutschland. Der 1976 geborene Ho Tzu Nyen gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Singapurs, er vertrat sein Land auf der 54. Venedig Biennale. In seinen Arbeiten verwebt er zahllose Bezüge aus Kulturgeschichte und Philosophie zu beeindruckenden Bildwelten, die formal durch Barock, Tableau vivant (frz. „lebendes Bild“) und Popkultur inspiriert sind. Sein zentrales Thema ist die vielschichtige Kommunikation zwischen westlicher und östlicher Kultur, wie sie sich in den komplexen Identitäten Süd-ostasiens widerspiegelt. Kolonialgeschichte, Mythen und kulturelle Symbole verbinden sich in seinen groß-formatigen Installationen zu einem einzigartigen Oeuvre.

Zach Blas: Soloausstellung (Arbeitstitel)
24. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020

Das Edith-Russ-Haus zeigt die weltweit erste, umfassende Soloausstellung mit dem in London lebenden Medienkünstler und Autor Zach Blas. Er untersucht in seinen Werken die Auswirkungen von Überwachung, Algorithmen und digitaler Machtpolitik auf den menschlichen Körper – besonders auf die Körper, die von der Mehrheitsgesellschaft ohnehin schon ausgegrenzt werden, sei es wegen Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Im Zentrum seiner großformatigen Installationen stehen künstlerische Forschungen über die Ästhetik der digitalen Welt, die durch verschiedene Materialien immersiv erweitert werden. Klassisches Schauspiel, performative und partizipative Elemente spielen in seinen Arbeiten eine genauso große Rolle wie theoretische Hintergründe, präzise Recherche und genaue Kenntnisse der untersuchten Technologie.  Die Ausstellung ist Teil der „Oldenburg Begegnungen 2019 − United Kingdom“.