28.11.2014

Bürgerbusch wird durchforstet

Oldenburg. Ab dem 1. Dezember wird mit der Durchforstung des Großen Bürgerbusches begonnen. Die letzte größere Durchforstung des Gesamtbestandes erfolgte im Jahre 1995 durch einen Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Weser-Ems. Nach 20 Entwicklungsjahren stehen nun wieder forstliche Maßnahmen an. Bei dieser Durchforstung steht die Bestandspflege im Vordergrund. Es ist eine Auslesemaßnahme, die der eigentlichen Aufwertung des Bestandes dient. Die den späteren Endbestand bildenden Bäume werden gezielt gefördert und von ihren bedrängenden Konkurrenten befreit. „Vorwiegend erfolgt eine Entnahme von schwachen, kranken und zu eng stehenden Bäumen. Durch den stärkeren Lichteintritt kann sich der Unterwuchs besser entwickeln. Die Standraumerweiterung fördert für Zuwachs der verbleibenden Bäume sowie die Entwicklung der erwünschten Mischbaumart“, erklärt Uwe Ahlers, Fachdienstleiter Stadtgrünpflege und Friedhöfe.

Für diese größeren Durchforstungsmaßnahmen ist die Maschinen- und Personalausstattung der Stadt nicht ausreichend, sodass über die Landwirtschaftskammer ein Forstbetrieb mit der Ausführung beauftragt wurde. In einem ersten Teilabschnitt ist die Durchforstung des südlichen Bereiches bis an den ersten, in Ost-/Westrichtung verlaufenden, Hauptweg beabsichtigt. Während der Fällarbeiten wird das Wegenetz gesperrt. Mit Blick auf den Erhalt des guten Wegezustandes und zur Vermeidung von Wegeschäden werden keine langen Stämme gefördert, sondern alle Stämme in transportable Teilstücke von etwa 4 Metern zersägt und im Anschluss mit einem spezialbereiften Rückewagen geborgen. Das nicht verwertbare Kronen- und Astholz verbleibt an Ort und Stelle beziehungsweise es werden nur die Wege freigeräumt. Im Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima wurde über die anstehenden forstlichen Maßnahmen berichtet.

Das naturnahe Waldpflege- und Nutzungskonzept (selektive Einzel- und Kleingruppennutzung) wird sich bei dem etwa 60-jährigen Nadelholzbestand noch über Jahrzehnte hinziehen und zielt langfristig auf mehrschichtige, mehr oder weniger ungleichaltrige Bestände hin, die natürlich verjüngt werden. Daher ist eine Nachpflanzung später nur in den Bereichen beabsichtigt, in denen eine Naturverjüngung nicht zum gewünschten Ziel führt.

Die Anfänge des Großen Bürgerbusches gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Der etwa 20,4 Hektar große Wald wird derzeit etwa zu 68 Prozent von Nadelbäumen geprägt. Stark vertreten ist die Kiefer, die etwa auf 56 Prozent der Fläche wächst und zum großen Teil ein Alter von über 120 Jahren erreicht hat. Neben der Kiefer kommen im Hauptbestand noch Eiche, Roteiche, Birke, Rotbuche, Linde, Kiefer, Japanische Lärche, Europäische Lärche, Fichte, Hemlocktanne, Douglasie und Tanne vor. Im Unterstand beziehungsweise Nachwuchs befinden sich außer der Kiefer alle vorab genannten Baumarten sowie die Eibe, die Omorikafichte und die Sitkafichte. Das durchschnittliche Alter der Nadelbaumarten (außer Kiefer) liegt zwischen 50 und 60 Jahren. Die Umtriebszeiten (Zeitraum zwischen Bestandsgründung und Ernte) liegen bei den überwiegenden Nadelbaumarten zwischen 80 und 100 Jahren, während bei der Kiefer etwa 120 Jahre zugrunde gelegt werden.

Zur Bewirtschaftung der Waldflächen erstellt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mehrjährige Betriebsplanungen. Die forstliche Betriebsplanung umfasst eine Bestandsinventur des Waldzustandes sowie die Planung der wichtigsten Betriebsabläufe für einen Zeitraum von zehn Jahren. Das derzeitige Forstbetriebswerk umfasst den Planungszeitraum vom 1. Oktober 2012 bis zum 30. September 2022 und sieht eine Durchforstung des Gesamtbestandes vor. Weiterhin ist die Entnahme des überalterten, unter Zopftrocknis (Verdorren und Absterben der Bäume von der Spitze her) leidenden Kiefernbestandes voranzutreiben.