21.05.2015

Christopher Street Day mit Kundgebung und Kulturfest am 20. Juni 2015

Oldenburg. Der diesjährige Christopher Street Day findet am 20. Juni, traditionsgemäß dem dritten Samstag des Monats, statt. Er bietet neben der großen Demonstration mitsamt Abschlusskundgebung und Kulturfest ein umfangreiches Rahmenprogramm, das bereits am 30. Mai beginnt. In der Region Oldenburg-Bremen besteht der CSD Nordwest bereits seit 20 Jahren und ist mit fast 10.000 Teilnehmenden und Besucherinnen und Besuchern eine der größten CSD-Veranstaltungen Norddeutschlands.

Homophobie und Diskriminierung noch nicht überwunden
Wie in den Vorjahren lenkt der CSD Nordwest den Fokus auf die Homophobie – wörtlich die Angst vor Homosexuellen – in Teilen der Gesellschaft. Trotz einer weitgehenden gesetzlichen Gleichstellung können gleichgeschlechtlich liebende Menschen noch immer auf verdeckte oder sogar offene Ablehnung stoßen. „Von einer tatsächlichen Gleichberechtigung kann man noch nicht sprechen. Doch Oldenburg setzt ein klares Zeichen gegen Diskriminierungen. Der CSD Nordwest ist hier nicht nur fest verankert – er wird von großen Teilen der Bevölkerung geschätzt und unterstützt“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Demonstrationszug ab 12 Uhr
Die diesjährige Demonstration steht unter dem Motto „Achtung! Bildung gefährdet Ihre Homophobie!“. Sie wird am 20. Juni um 12 Uhr in der Rosenstraße starten. Erstmals gibt es zum Auftakt eine – bis zum Schluss geheime – symbolische Aktion. Der Demonstrationszug aus Fußgruppen und bis zu zwölf Wagen wird lautstark und vielfältig auf Missstände hinweisen und Gleichberechtigung einfordern. Auf dem Schlossplatz beginnt um 14 Uhr die Abschlusskundgebung, an der neben Oberbürgermeister Jürgen Krogmann voraussichtlich auch Vertreterinnen und Vertreter der niedersächsischen Landesregierung teilnehmen. Schon im Vorfeld der Demonstration plädiert der Lesben- und Schwulentag e. V. mit dem Slogan „Wandel ist nötig“ auf 150 Plakaten im Stadtgebiet für ein Umdenken und möchte zu Diskussionen anregen.

Bühnenprogramm und Night of the Pride
Neben politischen Reden und Beiträgen gibt es ein musikalisches Bühnenprogramm mit der Berliner Kultschlager-Band „Die Kusinen“, den langjährigen CSD-Begleiterinnen „Antenne Lila“, der Rostocker Pop-Rock-Band „Les Bumms Boys“ sowie Roman Lob, dem deutschen ESC-Kandidaten 2012. Sowohl die Reden als auch die musikalischen Beiträge werden von Gebärdendolmetschern übersetzt. Informationsstände der politischen Parteien, von Amnesty International und erstmals von Werder Bremen greifen das Thema des CSD auf und laden zur Diskussion ein. Ab 21 Uhr öffnet die Kulturetage zur traditionellen Night of the Pride ihre Türen; Karten gibt es für 8 Euro an der Abendkasse.

Rahmenprogramm vom 30. Mai bis 19. Juni
Dem CSD voraus gehen drei Wochen voller kultureller und gesellschaftlicher Veranstaltungen in der ganzen Stadt. Den Auftakt macht am 30. Mai die festliche CSD-Benefiz-Gala im Staatstheater unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters und mit Unterstützung des Generalintendanten Christian Firmbach. Das Bühnenprogramm umfasst das europaweit bekannte Whitney-Houston-Cover Ikenna Amaechi, das Urgestein des Kabarret Barbara Kuster und die Kampagne 100% Mensch. Im Anschluss gibt es ein After-Show-Buffett und den Tanz im Glashaus. Karten sind an der Theaterkasse und online unter www.tickets.staatstheater.de erhältlich.

Am 14. Juni wird in der St. Lamberti-Kirche die letzte CSD-Programm-Woche eingeläutet. Um 10 Uhr findet ein bunter Gottesdienst unter anderem mit „De Meckerkring“, dem plattdeutschen Beschwerdechor, sowie Uwe Heger und weiteren Gästen statt. Am 16. Juni gewährt die CSD-Filmrolle – in diesem Jahr in der Exerzierhalle – mit verschiedenen Filmen Einblick in die lesbische Lebenswirklichkeit, während am 18. Juni entsprechend schwule Männer im Mittelpunkt stehen.

Eine neue Veranstaltung im Rahmenprogramm des CSD ist am 17. Juni der 1. Diversity-Tag Oldenburg, der als Kooperation zwischen der Stadt Oldenburg und dem Völklinger Kreis e. V. im Kulturzentrum PFL stattfindet. Im Mittelpunkt stehen Diskussionen und Vorträge rund um das Thema Diversity/Vielfalt. Eingeladen sind Führungskräfte und Personalverantwortliche regionaler und kommunaler Unternehmen, die die sogenannte „Charta der Vielfalt“ an diesem Tag öffentlichkeitswirksam unterzeichnen können. Um eine Anmeldung unter www.oldenburg.de/diversity wird gebeten.

Am Vorabend der Demonstration am 19. Juni wird um 19.30 Uhr die traditionelle Nacht der kleinen Künste veranstaltet. In der Kulturetage präsentiert sich ein Aufgebot an Glamour, Glanz und Gloria mit La Signora: Sie tastet sich angstfrei und virtuos an Themen heran, die wirklich bewegen, ob Eskort-Service für Hässliche oder Frühstück nach dem Tod. Im Anschluss beweist Daphne de Luxe getreu ihrem Slogan „Comedy in Hülle und Fülle“, dass man nicht Größe 36 tragen muss, um zu gefallen.  Abgerundet wird der Abend mit dem preisgekrönten Chansonnier Jo van Nelsen sowie durch A-Capella-Gesang von „Mumpitz“. Karten gibt es für 15 Euro unter www.csd-nordwest.de oder bei Horizont Reisen sowie an der Abendkasse für 20 Euro.

Ausführliche Informationen gibt Kai Bölle, Pressesprecher des CSD Nordwest/Lesben- und Schwulentag e. V., unter Telefon 0160 90388963 oder per Mail über presse@csd-nordwest.de.


v. l. n. r. Kai Bölle von Lust e. V. und Oberbürgermeister Herr Krogmann werben für den CSD.
Foto: Stadt Oldenburg