22.06.2017

David Rauer: Quetschpaste

Oldenburg. Am 25. Juni öffnet der mittelalterliche Pulverturm am Schloßwall wieder seine Tür und wird zu einem atmosphärischen Ausstellungsort. Dieses Jahr erhält der junge Bildhauer David Rauer aus Osnabrück die Möglichkeit, dem Publikum seine aktuellen keramischen Werke vom 25. Juni bis zum 6. August 2017 vorzustellen. Die Keramikausstellung mit dem Titel „Quetschpaste“ wird am Sonntag, 25. Juni, um 11.15 Uhr mit einer Performance Surprise des Künstlers im Pulverturm eröffnet. Dr. Nicole Deufel, Leiterin der Museen, Sammlungen und Kunsthäuser der Stadt Oldenburg, wird die Gäste begrüßen und die Preisverleihung vornehmen. Dr. Sabine Isensee, Leiterin Bildende Kunst der Stadt Oldenburg und Kuratorin der Ausstellung, wird in die Werke von David Rauer einführen.

David Rauer beherrscht eine Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten mit denen er den Pulverturm in ein komprimiertes Gesamtkunstwerk verwandelt. „Jung, frisch und experimentierfreudig überschreitet David Rauer das Genre der Keramik und mischt es mutig mit Elementen der Darstellenden Kunst. Dabei spielt er mit akrobatischer Leichtigkeit originell mit Worten, unterschiedlichen Techniken, frechen Formen und grellen Farben. Seine Werke sind mit einer kräftigen Prise Humor und Doppelsinn gewürzt und werden als interaktive Installation im Pulverturm serviert“, beschreibt Sabine Isensee die Arbeitsweise des Künstlers.

Bereits der Ausstellungstitel „Quetschpaste“ ist ein sinnreiches Wortspiel des Künstlers, mit dem die Phantasie des Betrachters angeregt wird. Das Wort klingt ausgesprochen bildhaft und verweist auf die plastische Bewegung und Geräuschkulisse, die bei der Bearbeitung von keramischem Rohmaterial geschieht. Zudem spielt Quetschpaste auf die Transformation der künstlerischen Umsetzung an. „In seiner Kunst nimmt David Rauer die Atmosphäre des aktuellen Zeitgeists auf. Seine knallbunten Pop-Art Keramiken in leuchtendem Rot, Orange, Gelb und Blau erinnern an Comicfiguren, Fidget Spinners und Emojis, wie man sie vom Smartphone her kennt. Die Kommunikation gelingt genau wie diese über die sinnliche Wahrnehmung, weil sie kulturübergreifend ist“, erläutert die Kuratorin. Durch die besondere Oberflächengestaltung mit tierischen und grafischen Mustern, wilden Konfetti-Glasuren und Salzbrandstrukturen erzielt David Rauer eine subtile Steigerung seiner Objekte. Wie in einer runden Zeitkapsel, die sich nach und nach öffnet, können die Besucherinnen und Besucher in der interaktiven Ausstellung überraschende Begegnungen erleben. Dabei werden hintergründige, widersprüchliche und humorvolle Assoziationen der Werke durch die individuellen Erfahrungen des Betrachters geweckt.

Während der Ausstellung ist der Pulverturm freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der für 5 Euro im Pulverturm und im Museumsshop des Stadtmuseums Oldenburg erhältlich ist.

Über den Künstler
David Rauer, 1986 in Ostercappeln geboren, absolvierte eine Lehre zum Keramiker und studierte von 2009 bis 2011 Kunst an der Akademie für Bildende Kunst und Design Enschede. Ab 2012 folgte ein Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster, die er 2015 mit dem Akademiebrief als Meisterschüler von der international renommierten Installationskünstlerin Prof. Ayşe Erkmen abschloss. David Rauer erhielt zahlreiche Preise und Stipendien u.a. 2015  das DAAD-Promos-Reisestipendium Japan und 2009 wurde er 1. Bundessieger im Leistungswettbewerb des Keramikerhandwerks.

Seit 2009  beteiligt sich David Rauer an nationalen und internationalen Ausstellungen. Mit seinen Werken war er unter anderem in Dortmund, Onishi (Japan), Tskaltubo (Georgien), Frechen, Gelsenkirchen, Osnabrück, Hamburg, Antwerpen (Belgien), Münster, Düsseldorf, Berlin und Jakarta (Indonesien) vertreten.

Rahmenprogramm
Erstmals findet in Kooperation mit der Werkschule Oldenburg ein Workshop mit dem Keramikkünstler des Pulverturms statt. Der Künstler David Rauer hat sich für sein Workshop-Angebot vom Oldenburger Hafen inspirieren lassen. Unter dem Motto „Boje Ahoi“ können experimentierfreudige Teilnehmer an einer keramischen Installation mitwirken. Freie, experimentelle Gestaltung mit Ton und die Entwicklung originell geformter, abstrakter Ton-Objekte stehen auf dem Programm. Orientiert am Thema Bojen werden individuelle Einzelarbeiten im Workshop geschaffen, die dann zu einem außergewöhnlichen Gesamtwerk komponiert werden. Nach dem härtenden Brand werden die Ton-Bojen in einer gemeinschaftlichen Aktion miteinander verbunden und als schwimmendes Kunstwerk in ein Oldenburger Gewässer gesetzt.
Der der einwöchige Kompaktkurs soll im Sommer von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 16 Uhr stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
Info und Anmeldung: Werkschule e.V., Rosenstraße 41, 26122 Oldenburg, Telefon 0441 9990840 oder per E-Mail an: info@werkschule.de.

Führungen
inForum-Führung
Am 27. Juni findet um 10.15 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „Quetschpaste“ von David Rauer mit Kuratorin Dr. Sabine Isensee statt. Treffpunkt: Pulverturm am Schloßwall. 15 Personen, mit Anmeldung im inForum, Telefon 0441 235-2781, kostenfrei.

Öffentliche Führungen
Zur Ausstellung „Quetschpaste“ finden sonntags öffentliche Führungen mit Dirk Meyer im Pulverturm statt.
Termine: 2. Juli, 15 Uhr; 16. Juli, 13 Uhr; 23. Juli, 15 Uhr und 6. August, 13 Uhr.
Kosten: 3 Euro. Keine Anmeldung erforderlich.