03.07.2014

Deutsch-Deutsche Biografien

Oldenburg. Der Schriftsteller Gregor Sander wurde 2012 für seinen Erzählungsband „Winterfisch“ mit dem Preis der LiteraTour Nord ausgezeichnet. In seinem neuen Roman „Was gewesen wäre“ lässt er DDR-Vergangenheit, Wendezeit und Gegenwart sehr komplex und dennoch mit leichter Hand aufeinander zulaufen. Am Dienstag, 15. Juli, stellt er den Roman im Programm des Literaturbüros um 20 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, vor. Michael Vauth, Mitarbeiter des Literaturbüros, moderiert die Lesung und spricht mit dem Autor darüber, warum in seinem Buch nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten können online unter www.wilhelm13.de oder telefonisch unter der Nummer 0441 235-3014 beim Literaturbüro vorbestellt werden.
Die Geschichte beginnt in einem heruntergekommenen Luxushotel in Budapest. Zu ihrem vierundvierzigsten Geburtstag hat Astrid diesen Kurzurlaub von ihrer neuen Liebe, Paul, geschenkt bekommen. Ein paar Tage ohne ihre Kinder und ohne seine Arbeit. Mit dieser Reise will Paul auch einen Blick in ihre Vergangenheit riskieren – und bekommt mehr zu sehen, als ihm vielleicht lieb ist. Denn die Geschichte beginnt auch vor 25 Jahren in der DDR auf einer wilden Künstlerparty, als sich Astrid Hals über Kopf in Julius verliebte. Und ganz ist dieser Julius aus ihrem Herzen nie verschwunden. Gregor Sander erweist sich mit seinem neuen Roman ein weiteres Mal als ein großer Erzähler menschlicher Schicksale. Er entwirft Lebensläufe, die durch die Zeitgeschichte geprägt wurden, und zieht mit leichter Hand Verbindungen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Auf deutsch-deutschem Tableau erzählt er eine überraschende Geschichte von Liebe, Freundschaft, Flucht und Verrat.
Gregor Sander, geboren 1968 in Schwerin, studierte einige Semester Medizin, Germanistik und Geschichte. Nach dem Besuch der Berliner Journalistenschule lebt er heute als freier Autor in Berlin. Sein Romandebüt „Abwesend“ wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. 2009 erhielt er bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt den 3sat-Preis. Der Erzählungsband „Winterfisch“ wurde mit dem Preis der LiteraTour Nord (2012) und dem „Deutschen Erzählerpreis“ (2013) ausgezeichnet. Von März bis Dezember 2012 schrieb Gregor Sander als Stipendiat des Literaturbüros Oldenburg das BLogbuch OLdenburg, ein Literaturprojekt im Internet.