28.07.2014

„Die Welt dahinter“ im Oldenburger Pulverturm

Vom 27. Juli bis 7. September öffnet der Pulverturm am Schlosswall wieder seine Tür und lädt das Publikum zu einer außergewöhnlichen Ausstellung mit aktueller Keramikkunst ein. Dieses Jahr präsentiert das Stadtmuseum Oldenburg die Richard-Bampi-Preisträgerin Anna Dorothea Klug aus Halle/Saale, die den mittelalterlichen Pulverturm mit ihren Werken in ein fantastisches Figurenkabinett verwandelt.

Die Ausstellung „Anna Dorothea Klug: Die Welt dahinter“ wird am Sonntag, 27. Juli, um 11.15 Uhr im Beisein der Künstlerin eröffnet. Die Begrüßung hält Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd Schwandner und Kuratorin Dr. Sabine Isensee, Leiterin Bildende Kunst, Stadt Oldenburg, wird in die Werke der Keramikkünstlerin Klug einführen. Während der Ausstellung ist der Pulverturm freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

„Die Tonfiguren von Anna Dorothea Klug wirken merkwürdig entrückt und von kindlicher Unschuld umfangen, so als seien sie auf dem Grat zwischen Traum und Wirklichkeit erstarrt“, sagt Kuratorin Dr. Sabine Isensee. Die Künstlerin thematisiert das uralte Beziehungsgeflecht von Mensch und Tier, um Gefühle zu personifizieren. Dabei dient ihr das Tier als Projektionsfläche des Menschen auf der Suche nach sich selbst. „Dies geschieht überraschend up to date: Wir sehen Leonie, ein Affenwesen im roten Kleid und geringelten Leggings, Florian in einem rosa T-Shirt, der traumverloren eine Fledermaus in seinen Händen trägt oder ein großes hockendes Lama, bei dem eine menschliche Figur Geborgenheit sucht“, erläutert Isensee.

Die Geschöpfe leben von der Intensität und Dichte der Stimmungen, die die Künstlerin mit eindringlicher Empathie zu erzeugen vermag. Wie ein Spiegel reflektieren die Figuren menschliche Emotionen, Erinnerungen und Gefühle und evozieren ein Erlebnis, das noch lange nachklingt.

„Keramik im Pulverturm“ fördert junge Künstler
Mit der Ausstellungsreihe „Keramik im Pulverturm“ bietet das Stadtmuseum Oldenburg jungen begabten Künstlern die Möglichkeit, innovative Positionen der Keramik in einer Ausstellung vorzustellen. Die Künstlerförderung beinhaltet eine Einzelausstellung und einen begleitenden Katalog. Der Katalog ist für 5 Euro im Museumshop und im Pulverturm erhältlich.

Die Künstlerin
Anna Dorothea Klug, 1984 in Nürnberg geboren, absolvierte von 2008 bis Juli 2014 ein Studium der Kunst und Keramik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale bei Prof. Martin Neubert, Prof. Nike Bätzner und Prof. Andrea Zaumseil. Seit 2008 ist sie an nationalen und internationalen Ausstellungen beteiligt, unter anderem war sie mit ihren Werken in Leipzig, Höhr-Grenzhausen, Karlsruhe, Potsdam, Dresden, Halle/Saale, Jena, München, Nürtingen, Stuttgart, Rom (Italien) und Athens (USA) vertreten. Anna Dorothea Klug wurde 2013 mit dem bedeutenden Richard-Bampi-Preis zur Förderung junger Keramiker sowie dem NASPA-Förderpreis Keramik ausgezeichnet.

Führungen
Zur Ausstellung „Die Welt dahinter“ von Anna Dorothea Klug finden sonntags um 15 Uhr öffentliche Führungen mit Dirk Meyer im Pulverturm statt. Termine sind: 3. August, 10. August, 17. August, 31. August und 7. September. Kosten: 3 Euro.

Kunstpraxis im Pulverturm für Kinder: Mal Mensch – mal Tier
Das Stadtmuseum bietet zur Ausstellung im Pulverturm einen eintägigen Ferienkurs für Kinder ab 6 Jahren an. Termine sind: 4. bis 8. August, jeweils von 10 bis 11.30 Uhr. Kosten: 3 Euro pro Kind. Da pro Tag maximal 12 Kinder teilnehmen können, wird um Anmeldung per E-Mail an sandrine.teuber@stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441 235-2891 gebeten.
Anna Dorothea Klug zeigt Gefühle. So können ganz unterschiedliche Menschen entstehen: Mal mit Fledermaus, mal Halb-Esel, mal mehr Katze. In der Ausstellung gehen die Kinder auf Entdeckungstour. Welches Gefühl möchte die Künstlerin ausdrücken? Mit der Frage: „Wie fühle ich mich heute?“, lassen die Kinder sich vor dem Pulverturm nieder und entwickeln ganz persönliche Halbwesen, die sie als Pappfiguren umsetzen werden.


Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es im Internet unter www.stadtmuseum-oldenburg.de.