02.01.2019

Flucht in die Einsamkeit

Oldenburg. Vier Jahre nach Erscheinen ihres Debüt-Romans „Zurück zum Feuer“ hat die Schriftstellerin Saskia Hennig von Lange einen Nachfolgeroman vorgelegt. Am Sonntag, 6. Januar, präsentiert die Autorin den aktuellen Roman „Hier beginnt der Wald“ in der LiteraTour Nord. Beginn ist um 11 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13. Der Literaturwissenschaftler Jörg Schuster stellt im Rahmen der Lesung die Schriftstellerin vor und spricht mit ihr über das neue Buch. Die LiteraTour Nord wird in Kooperation vom Literaturbüro Oldenburg, der Carl von Ossietzky-Universität und der Buchhandlung CvO-Unibuch veranstaltet. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über die Buchhandlung CvO-Unibuch, Uhlhornsweg 99, und unter Telefon 0441 71677.

„Saskia Hennig von Lange versteht es, Geschichten zu erzählen, die man nicht glauben will, aber glauben muss, weil sie ihren Figuren so eindringlich und unwiderlegbar ins Abseits folgt, dass man nicht von ihrer Seite weicht“, sagt Monika Eden, Leiterin des Literaturbüros. Der Namenlose in der Erzählung ist unterwegs, er erledigt einen Job. Er soll einen Lastwagen voll Umzugsgut in eine andere Stadt bringen. Doch was harmlos beginnt, entwickelt sich bald zu einer abenteuerlichen Flucht: vor sich selbst und seinen Kindheitserinnerungen, aber vor allem vor seiner Frau und ihrem gemeinsamen, ungeborenen Kind. Nach einem Unfall verkriecht er sich im Wald. Hier kommt es zu einer Begegnung mit einem rätselhaften Jungen, die ihn herausfordert und mit sich selbst konfrontiert. In einer ebenso präzisen wie musikalischen Sprache erzählt die Autorin von einem Mann auf der Flucht in die Einsamkeit, der er nicht gewachsen ist.

Saskia Hennig von Lange, 1976 geboren, lebt in Frankfurt. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte und arbeitet derzeit an einer Dissertation zur spätmittelalterlichen Kunst. 2013 erhielt sie den Wortspiele-Literaturpreis, 2014 den Rauriser Literaturpreis, 2015 den Clemens-Brentano-Förderpreis und 2016 den George-Konell-Preis.

Saskia Hennig von Lange. Foto: Stefan Freund
Saskia Hennig von Lange. Foto: Stefan Freund