27.12.2019

Frauenbiografien in der Nachwendezeit

Oldenburg. Am Sonntag, 5. Januar, präsentiert Daniela Krien ihren aktuellen Roman „Die Liebe im Ernstfall“ in der Reihe LiteraTour Nord. Um 11 Uhr liest die Schriftstellerin im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 und spricht mit dem Literaturwissenschaftler Lars Korten über das Buch. Die LiteraTour Nord wird in Kooperation vom Literaturbüro Oldenburg, der Carl von Ossietzky-Universität und der Buchhandlung CvO-Unibuch veranstaltet. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über die Buchhandlung CvO-Unibuch, Uhlhornsweg 99, und unter Telefon 0441 71677.

Daniela Krien schildert die Lebens- und Liebesgeschichten von fünf Frauen, die sie mit leichter Hand zu einem Reigen verwebt: Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde wurden in der DDR sozialisiert und leben im gegenwärtigen Leipzig. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Biografien überkreuzt. Nach der Wende erwarten sie viel vom Leben und müssen sich doch weiterhin in ihren Frauenrollen behaupten: Kinder, Ehemänner und Liebhaber unter einen Hut bringen oder Kinderlosigkeit, Trennungen und Tod verarbeiten. Sprachlich virtuos und treffend zeichnet die Autorin ein filigranes Frauenbild der gehobenen Mittelklasse und schreibt über die Liebe im Ernstfall, wie sie Frauen und Männern in Ost- wie in Westdeutschland gleichermaßen bekannt erscheinen dürfte.

Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften sowie Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin. Ihr 2014 veröffentlichter Erzählband „Muldental“ wurde 2015 mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Ihr Buch „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ wurde in 14 Sprachen übersetzt. Daniela Krien lebt in Leipzig.

Daniela Krien. Foto: Maurice Haas/Diogenes Verlag
Daniela Krien. Foto: Maurice Haas/Diogenes Verlag