04.03.2016

Friedrich Precht schenkt Stadtmuseum umfangreiches Bildarchiv

Oldenburg. Der in Oldenburg für seine Fotos von abgerissenen bzw. von Zerstörung bedrohten Bauwerken bekannte Friedrich Precht schenkt sein umfangreiches Fotoarchiv dem Stadtmuseum Oldenburg. Dies gaben Precht und Dr. Andreas von Seggern, Kommissarischer Leiter der städtischen Museen, am heutigen Donnerstag, 3. März, bei einem Pressegespräch bekannt. Die Schenkung besteht aus rund 8.000 Fotos (überwiegend im Format 9 x 13 cm) von 433 Oldenburger Bauwerken aus den Jahren 1978 bis 2013. Diese Sammlung wird im Bildarchiv des Stadtmuseums  dauerhaft archiviert.

„Es ist eine einmalige Dokumentation zur Stadtentwicklung der vergangenen fast vier Jahrzehnte“, sagt von Seggern und betont: „Friedrich Precht hat sich mit großer Sachkenntnis, Beharrlichkeit und Leidenschaft der latenten Bedrohung historisch gewachsener Baukultur gewidmet und durch seine Veröffentlichungen immer wieder das Bewusstsein für die Bedeutung der Denkmalpflege für die Identität der Stadt geschärft.“  Es sei nun möglich, die zum Teil massiven Veränderungen im Stadtbild Oldenburgs seit Ende der 1970er Jahre nahezu lückenlos visuell nachzuweisen.

Friedrich Precht hat mit dem Fotografieren von Bauwerken bereits als Student begonnen und dieses besondere Hobby später als Denkmalschützer der Stadt Oldenburg fortgeführt. Dabei spezialisierte er sich auf Bauwerke, denen der Abriss droht. Es seien manchmal gerade die „sogenannten Schandflecke, von denen ein besonderer Reiz ausgeht“, erläutert Precht, und verweist beispielhaft auf das große Ausbesserungswerk der Bahn, dessen Verfall und weitgehenden Abriss er in seiner Sammlung ebenfalls dokumentiert hat. Er selbst hat bereits in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum insgesamt drei Bücher unter dem Titel „Vom Aufriss zum Abriss“ veröffentlicht, die abgerissene Bauwerke Oldenburgs dokumentieren und deren Bilder das Fundament der Sammlung bilden. „Besonders erfreulich“, so fügt Dr. Andreas von Seggern hinzu, „ist für uns die beispielhafte Beschreibung des gesamten Materials, die auch späteren Generationen die Zuordnung der einzelnen Bilddokumente ermöglichen wird.“ Für das Museum sei es nun die vornehmste Aufgabe, den Bestand so rasch wie möglich zu digitalisieren, um ihn der Nutzung einer breiten Öffentlichkeit verfügbar zu machen, betont von Seggern.

Im September ist zudem eine Ausstellung im Stadtmuseum geplant: Gemeinsam mit Beate Lama zeigt Precht vom 4. September bis 6. November unter dem Titel „Perspektivwechsel“ Oldenburger Fotografien, die den Oldenburgern einen ganz anderen Blickwinkel auf ihre Heimatstadt ermöglichen werden.

Foto: Stadtmuseum Oldenburg