03.12.2020

Fünf Jahre Fachkräfte-Initiative Oldenburg

Oldenburg. 14 Kooperationspartner, mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an insgesamt fünf Fachkräfte-Foren, fast 50.000 Aufrufe des Videos „Moin in Oldenburg“ auf unterschiedlichen Portalen in zwei Jahren, fünf weitere Imagefilme, neun gemeinsame Veranstaltungen und allein im vergangenen Jahr 55 Veranstaltungen der Kooperationspartner zum Thema Fachkräfte, vier Publikationen, vier Auftritte auf regionalen und bundesweiten Messen und zwei neue Beratungs-Einrichtungen bei der Stadt Oldenburg – oder in einer Zahl zusammengefasst: fünf Jahre Fachkräfte-Initiative Oldenburg (FIO). 2015 initiierte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann die Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Verbänden und Institutionen. „Nur mit guten Fachkräften ist es möglich, den wirtschaftlichen Erfolg einer Region zu sichern“, erläutert Krogmann die Motivation.

Netzwerk zur Fachkräftesicherung am Standort Oldenburg
Entstanden ist ein Netzwerk arbeitsmarktrelevanter Akteurinnen und Akteure, das Fachkräftesicherung für den Standort als eine gemeinsame Zukunftsaufgabe sieht und in einem offenen Prozess umsetzt. Angesiedelt ist die Initiative in der Wirtschaftsförderung Stadt Oldenburg. Deren Leiter, Ralph Wilken, blickt auf die Angebote, die durch die FIO entstanden sind: „Mit der Einrichtung der Service-Stelle in der Wirtschaftsförderung und dem Welcome Center haben wir neue Strukturen für die gezielte Beratung und Begleitung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie Fachkräften geschaffen. Auch das Fachkräfte-Forum, das wir gemeinsam mit den Partnern erfolgreich als neues Veranstaltungsformat etablieren konnten, gibt wichtige Impulse für Unternehmerinnen und Unternehmer.“ Aufgrund der Corona-Krise fand das Fachkräfte-Forum in diesem Jahr digital statt. In Zukunft wird die Initiative noch mehr auf Digitalisierung setzen. Mit der neuen Website moin-in-oldenburg.de rückt das online Marketing weiter in den Fokus.

Ausbildung im Fokus
Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure ist aus Sicht der Kooperationspartner entscheidend für das Gelingen der Fachkräfte-Initiative. „Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine sehr wichtige Ressource für Unternehmen. Die Fachkräfte-Initiative Oldenburg widmet sich diesem Thema seit fünf Jahren erfolgreich und mobilisiert mit Erfolg alle Akteure der Stadt. Sie unterstützt Betriebe dabei, auf unterschiedlichen Wegen Fachkräfte zu finden, an sich zu binden und auch ungelernte Beschäftigte gezielt zu qualifizieren. Es ist abzusehen, dass das Thema Fachkräftesicherung auch in der Zukunft ganz zentral für den Unternehmenserfolg bleibt, zumal jetzt, da sich die Arbeitswelt aufgrund der Pandemie mit noch höherer Geschwindigkeit wandelt.“, so Dr. Thorsten Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.

„Insbesondere die Ausbildung hat in den Betrieben in der Stadt Oldenburg einen hohen Stellenwert. Die vielfältigen Aktivitäten der FIO stärken die Zusammenarbeit und den Austausch der Unternehmen, Institutionen und der Verwaltung. Die innovativen Veranstaltungsformate befeuern die New Work-Ansätze im Oldenburgischen. Die gemeinsamen Aktivitäten fördern die Sichtbarkeit als attraktiver Ausbildungs- und Arbeitsort.", so Ludger Wester, stellvertretender Leiter Geschäftsbereich Bildung der IHK.

Auch Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg bestätigt die Notwendigkeit der FIO: „Das Handwerk ist in hohem Maße auf Fachkräfte angewiesen. Deshalb ist es uns ein Anliegen, Teil der städtischen Initiative zu sein, die sich explizit des Themas annimmt. Es geht um nicht weniger als die Arbeit an einer komplexen Fehlentwicklung: Betriebe müssen Aufträge ablehnen, weil sie nicht genügend Personal haben. Vielerorts fehlen Auszubildende, Gesellen und Meister. Es herrscht eine große Schwierigkeit, offene Stellen zu besetzen. Betroffen sind nahezu alle Gewerke und Regionen in Deutschland. Dies führt zu einer Situation, die niemandem gefällt: Kunden müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen und Betriebe arbeiten an ihren Kapazitätsgrenzen. Neben der Arbeit auf Landes- und Bundesebene unterstützt die Handwerkskammer Oldenburg das Engagement vor Ort. Die Fachkräfte-Initiative Oldenburg passt deshalb sehr gut zur „Wirtschaftsmacht von nebenan“, wie wir das Handwerk über eine Imagekampagne bewerben.“

Potenziale werden besser genutzt
Das Potenzial der Bewerberinnen und Bewerber vor Ort wird besser genutzt und der Zugang der Unternehmen zu Auszubildenden sowie bereits ausgebildeten Fach- und Führungskräften durch gemeinsame Anstrengungen aller Bündnispartner verbessert. „EWE bildet jedes Jahr rund 150 junge Menschen in ganz unterschiedlichen kaufmännischen und technischen Berufen aus. Wir spüren immer stärker den demografischen Wandel. Deshalb wollen wir unsere Attraktivität als Ausbilder für junge Menschen im Nordwesten, aber auch darüber hinaus, ständig erhöhen. Die Vernetzung mit anderen Unternehmen der Region in der Fachkräfte-Initiative Oldenburg ist für uns als EWE ein wertvolles Instrument dabei.“, sagt Marion Rövekamp, Vorständin Personal und Recht der EWE AG.

„Ich freue mich immer wieder auf den Austausch mit den anderen Akteuren in der FIO. Hier werden kreative Ideen geboren, die den Standort Oldenburg voranbringen“, begeistert sich Christopher Liebscher, Leiter Personal und Recht bei BÜFA für die Arbeit der FIO und ergänzt: „Die in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzten Maßnahmen der FIO fördern nicht nur die Attraktivität des Standorts Oldenburg, sie fördern auch die Sichtbarkeit BÜFAs für potentielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Oldenburg idealer Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraum
Die Betonung der Attraktivität des Standorts Oldenburg als idealen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraum rückt immer mehr in den Fokus. Zum einen, um die benötigten Arbeitskräfte in der Region zu binden, aber auch um Überregional im Wettbewerb der Standorte und Regionen eine starke Position einzunehmen. „EWE ist eines der großen Unternehmen in der Region und sehr stark darauf angewiesen, ganz unterschiedliche Spezialisten und Talente zu gewinnen und zu binden. Wir konkurrieren hier mit anderen Groß- und Universitätsstädten. Über die Initiative können wir EWE und die Region bekannter machen. Gemeinsam mit den Initiativen-Partnern stärken wir die Region in dem Bestreben, für Bewerber aus dem In- und Ausland attraktiv zu sein. Ich bin selbst vor einigen Jahren nach Oldenburg gekommen und genieße die hohe Lebensqualität und den Austausch mit spannenden Menschen“, so Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, Oldenburg.

Dabei ist Herr Dohler nicht der einzige Vorstandsvorsitzende, für den die FIO eine hohe Stellenwert hat: „CEWE ist Gründungsmitglied der Fachkräfte-Initiative und bringt sich aktiv in der Steuerungsgruppe ein. Für uns als eines der größten Unternehmen in der Region ist es wichtig, gemeinsam mit der Stadt und anderen Unternehmen an der Attraktivität der Region für Fachkräfte mitzuwirken und Aktivitäten mitgestalten zu können. Die Initiative und insbesondere das jährliche Fachkräfte-Forum haben sich als wertvolles Netzwerk etabliert, so dass wir uns auf die nächsten fünf Jahre der Zusammenarbeit freuen“, sagt Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender CEWE.

Kooperationspartner der Fachkräfte-Initiative
Folgende Partnerinnen und Partner kooperieren mit der Fachkräfte-Initiative Oldenburg:
Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven und Jobcenter Oldenburg
Arbeitgeberverband Oldenburg
BÜFA
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
CEWE Stiftung
EWE
Handwerkskammer Oldenburg
Klinikum Oldenburg
Landessparkasse zu Oldenburg
Landwirtschaftskammer
OFFIS
Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH
Stadt Oldenburg/Wirtschaftsförderung

Viel erreicht: In den vergangenen fünf Jahren hat die Fachkräfte Initiative Partnerschaften geschlossen, Veranstaltungen abgehalten und Messen besucht. Grafik: stockwerk2
Viel erreicht: In den vergangenen fünf Jahren hat die Fachkräfte Initiative Partnerschaften geschlossen, Veranstaltungen abgehalten und Messen besucht. Grafik: stockwerk2