25.11.2016

Häusliche Gewalt ist keine Privatsache

Oldenburg. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen unterzeichnete Oberbürgermeister Jürgen Krogmann gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Gesamtpersonalrates Carsten Schlepper und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Oldenburg Wiebke Oncken die „Selbstverpflichtungserklärung der Stadt Oldenburg zur Sensibilisierung und Prävention am Arbeitsplatz zum Thema häusliche Gewalt und Stalking“.

„Uns ist es wichtig, hervorzuheben, dass häusliche Gewalt keine Privatangelegenheit ist“, betont Jürgen Krogmann. „Wir sehen die Bekämpfung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und betrachten die Selbstverpflichtungserklärung auch als Signal an die Gesellschaft und die Täterinnen und Täter. Gewalt – egal in welcher Form – wird nicht toleriert oder bagatellisiert.“

„Als erste Kommune in der Region mit einer solchen Erklärung geht die Stadt Oldenburg mit gutem Beispiel voran“, unterstreicht Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte. „Wir sind stolz auf diesen Schritt.“

Deutschlandweit ist etwa jede vierte Frau und jeder zehnte Mann im Lebensverlauf von häuslicher Gewalt betroffen, zwölf Prozent aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland werden in ihrem Leben Opfer von Stalking. Der Frauenanteil beträgt dabei etwa 80 Prozent. In der Stadtverwaltung sind derzeit zwar keine Fälle häuslicher Gewalt bekannt, dennoch ist es der Verwaltung ein wichtiges Anliegen, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der sich betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschützt fühlen und möchte sie ermutigen, häusliche Gewalt und Stalking anzusprechen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Nach amerikanischen Studien sind 20 bis 25 Prozent der Arbeitsausfälle auf häusliche Gewalt zurückzuführen und etwa 75 Prozent aller Betroffenen erleben Stalking auch am Arbeitsplatz. Damit sind auch Kolleginnen und Kollegen beeinträchtigt und gefährdet. Mit der Selbstverpflichtungserklärung soll die Thematik häuslicher Gewalt vor allem auch aus der Tabuzone geholt werden und ein Signal auch über die Stadtverwaltung hinaus an die Öffentlichkeit gesendet werden.

Jürgen Krogmann, Wiebke Oncken und Carsten Schlepper unterzeichneten die Selbstverpflichtungserklärung. Foto: Stadt Oldenburg
Jürgen Krogmann, Wiebke Oncken und Carsten Schlepper unterzeichneten die Selbstverpflichtungserklärung. Foto: Stadt Oldenburg