31.07.2018

Informationstafel klärt über Friedenssäule auf

Oldenburg. Die Oldenburger Friedenssäule auf dem Friedensplatz an der Ofener Straße ist um eine Informationstafel ergänzt worden. Seit Jahrzehnten ist dieses Oldenburger Denkmal immer wieder in der Diskussion.

Ursprünglich 1878 zur Erinnerung an die Oldenburger Opfer des deutsch-französischen Krieges 1870/71 aufgestellt, ist bis heute umstritten, ob es sich bei dieser Säule um eine Friedens- oder eine Siegessäule handelt. Diese Unklarheit resultiert vor allem aus der nicht mehr vorhandenen Bronze-Figur, die einst die Spitze der Säule zierte. Diese Figur, die als Friedensengel, aber auch als Viktoria, also als Siegesgöttin, betrachtet werden kann, wurde während des Zweiten Weltkriegs zur Metallgewinnung eingeschmolzen.

Eine Schautafel soll nun über die Geschichte und die divergierenden Vorstellungen über den Umgang mit dem Denkmal informieren. Mit zahlreichen Aufnahmen vom ursprünglichen Zustand und der Entwicklung der Säule sowie einem kurzen Informationstext lädt die Vitrine dazu ein, sich selbst mit der Historie vertraut zu machen. Mittlerweile steht die Säule nicht mehr nur für die Opfer des deutsch-französischen Krieges, sondern auch für eine sich im Laufe der Jahrzehnte wandelnde Erinnerungskultur.

Die Säule auf dem Friedensplatz ist das erste Denkmal, das um eine Informationsvitrine ergänzt wird. Sie ist Teil eines Projekts unter Federführung des Kulturbüros der Stadt Oldenburg. Dabei verfassen Studentinnen der Carl von Ossietzky Universität unter Betreuung von Prof. Dr. Matthias Weber, Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, nach umfangreichen Recherchen Informationstexte zu verschiedenen Denkmälern. Die Ergebnisse sollen jeweils öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Projekt soll mit der Ringpfeilerhalle (Standort Kreuzung Hauptstraße und Prinzessinweg) fortgesetzt werden.

Foto: Stadt Oldenburg
Foto: Stadt Oldenburg