24.07.2015

Interkulturelle „Farbenpiraten“ im Prinzenpalais

Oldenburg. Neun Mütter und 13 Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern haben in den letzten Monaten mit Mitteln der kulturellen Bildung das Prinzenpalais erobert. In sechs Workshops haben sie sich die Kunstwerke im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte erschlossen und sind selbst künstlerisch tätig geworden. Am Samstag, 25. Juli, feiern sie mit einem kleinen Fest den Abschluss dieses ungewöhnlichen Projekts.

„Ich wollte Müttern und Kindern  einmal etwas komplett anderes bieten, ein Kunstprojekt außerhalb des eigenen Stadtteils“, meint Projektinitiatorin Claudine Blohm vom Bewohnerverein Wir für uns e.V. aus dem Kennedyviertel. Schnell waren Kooperationspartner gefunden: Doris Korte, Museumspädagogin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, entwickelte eine Workshop-Skizze und gewann die Sozialpädagogin und Kunstpädagogin Christa Scholz für die Umsetzung und Vermittlung, die als freie Mitarbeiterin für das Landesmuseum tätig ist. Sophie Arenhövel, Projektleitung Kulturelle Bildung im Kulturbüro der Stadt Oldenburg, machte die Finanzierung möglich. „ Die Idee der ‚Farbenpiraten‘ hat mich sofort begeistert“, so Arenhövel. „Alle Beteiligten haben etwas davon: Das Museum erhält neue Sichtweisen auf seine Werke, und die Mütter und Kinder können sich mit viel Freude und Kreativität neue Welten erschließen.“ Auch Tamara Bunjes, Koordinatorin der städtischen Projekte Griffbereit und Rucksack, konnte für die „Farbenpiraten“ begeistert werden und machte bei den Teilnehmenden ihrer multikulturellen Gruppen kräftig Werbung.

Wenn der Kulturort Museum zum ersten Mal besucht wird, gilt es sinnbildlich die Türen zu öffnen, Ängste abzubauen und eine Wohlfühlatmosphäre entstehen zu lassen. Nach sechs Workshop-Terminen kennen sich die Kinder inzwischen bestens im Prinzenpalais aus. Sie haben Vorlieben für Gemälde entwickelt und wissen, wo Kreativmaterialien stehen, die sie benutzen können, um das Gesehene nach ihren Vorstellungen umzusetzen. „Kinder und Mütter haben das Prinzenpalais als kreativen Erfahrungsraum erlebt“, stellt Museumspädagogin Doris Korte fest. „Neben der Vermittlung von Kunst mit vielen Spaß bringenden Elementen haben sie eine Wahrnehmungsschulung besonderer Art erfahren, die ihre Wertschätzung für die gesehenen Kunstwerke gefördert hat und sie zu einer Art Museumsteam zusammengeschweißt hat.“

Viele Werke erzählen interessante Geschichten über Situationen und Menschen, andere Bilder zeugen vom Mut der Künstler, sich nur auf die Kraft von Farben und Formen zu verlassen, um der Welt ihre Gefühle mitzuteilen. Das soll und kann motivieren den Künstlern nachzueifern. „Durch die ‚Farbenpiraten‘ ist es gelungen, viele Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft für das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu begeistern – eine Bereicherung für beide Seiten“, betont Korte.

Nähere Informationen gibt Sophie Arenhövel, Projektleitung Kulturelle Bildung, Stadt Oldenburg, unter Telefon 0441 235-3062 oder per E-Mail an kulturellebildung@stadt-oldenburg.de.