29.03.2018

Künstlerpaar im Sperrgebiet

Oldenburg. Wie ist es, in der Nähe des Todesstreifens zu leben? Mit ihrem Roman „Die grüne Grenze“, der überwiegend im Ostharz an der innerdeutschen Grenze in den Jahren 1973 bis 1980 spielt, taucht Isabel Fargo Cole in eine Welt voller Widersprüche ein. Am Mittwoch, 11. April, präsentiert die in Berlin lebende US-Amerikanerin ihr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman im Programm des Literaturbüros im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13. Der Oldenburger Schriftsteller Jochen Schimmang stellt die Schriftstellerin und ihren Roman in Lesung und Gespräch vor. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten können online unter www.wilhelm13.de oder telefonisch unter der Nummer 0441 235-3014 beim Literaturbüro vorbestellt werden.

Im Mittelpunkt des Romans steht ein junges Künstlerehepaar, das 1973 von Berlin in das Örtchen Sorge im Ostharz zieht, ins Sperrgebiet der DDR. Editha ist Bildhauerin und schwanger. Thomas will einen Roman über die Grenze schreiben. Ein historischer Roman bietet sich an, denn die Gegend ist schon immer Grenze gewesen, verstrickt zwischen religiösen und politischen Machtsphären, Germanen und Slawen, Mensch und Natur. Thomas kämpft noch mit dem Material, doch schon 1976 ist das politische Tauwetter vorbei, und die gemeinsame Tochter Eli lernt sprechen in einer Welt, in der das Sagen und das Nicht-Sagen-Dürfen, das Wissen und das Wahrnehmen eine hohe Kunst sind.

Isabel Fargo Cole, geboren 1973 in Galena, Illinois, USA, wuchs in New York City auf. Sie studierte Literatur, Geschichte und Philosophie an der University of Chicago sowie Russisch und Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie seit 1995 als freie Schriftstellerin und Übersetzerin lebt.