19.01.2017

Kunst braucht Freiheit – Otmar Alt zum 75sten

Oldenburg. Anlässlich des 75. Geburtstages von Otmar Alt haben sich vier Museen über ganz Deutschland verteilt zusammengetan, den Künstler mit einer Ausstellung zu ehren. Nach verschiedenen Stationen in Deutschland, darunter in seiner Geburtsstadt Wernigerode, beschließt nun das Stadtmuseum Oldenburg die Tournee. Die Ausstellung „Kunst braucht Freiheit – Otmar Alt zum 75sten“ wird am Sonntag, 22. Januar, um 11 Uhr in Oldenburg eröffnet. „Die Wanderausstellung zeigt die in den letzten Jahren entstandenen Arbeiten, die erstmals in dieser Geschlossenheit präsentiert werden“, sagt Stadtmuseumleiter Dr. Andreas von Seggern.

Von 2014 bis 2015 hat Otmar Alt etwa ein Dutzend Gemälde-Zyklen geschaffen mit insgesamt über 100 Bildern. Dabei sind deutlich persönliche Erlebnisse und Erfahrungen in die Arbeiten eingeflossen, wie die Titel der Zyklen und der einzelnen Gemälde zum Teil andeuten. So lässt Alt in den Serien „Postadresse Atelier“ oder „Die Woche des Künstlers“ die Betrachter quasi über seine Gemälde in sein Atelier blicken und gewährt ihnen einen Einblick in einen ganz sensiblen Bereich. „Das Entdecken konkreter Bildinhalte oder die Interpretation von Zusammenhängen überlässt er dabei ganz bewusst den Betrachtern, mit denen er über seine Bilder in einen Dialog treten möchte“, erklärt Franziska Boegehold, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Ausstellung am Stadtmuseum Oldenburg koordiniert. Zu entdecken sind Menschen, (Fantasie-)Tiere und verschiedenste Gegenstände, die sich in den puzzleartig aneinander gefügten Farbfeldern mit markanten Umrisslinien zu verstecken scheinen.

Seit mehr als fünf Jahrzehnten entsteht das faszinierende und vielfältige Werk von Otmar Alt. Nach einer Lehre als Schaufenstergestalter und Plakatmaler in Berlin studierte Alt an der dortigen Hochschule für Bildende Künste. Orientierte er sich in seinen Anfängen an der in den 1950er und 1960er Jahren aktuellen informellen, ungegenständlich-expressiven Kunst, nahmen seine Arbeiten ab 1965 figurative Züge an. Alt entwickelte seinen ganz eigenen Stil, der sich der Einordnung in eine bestimmte Kunstgattung entzieht. „Sein bevorzugtes Thema, das er kontinuierlich weiterentwickelte, ist die Verbindung farbiger Elemente mit Fantasiegestalten“, erläutert Franziska Boegehold. Otmar Alt beschränkt sich dabei nicht nur auf die Malerei. Er arbeitet mit beinahe allen Materialien, auch ohne Scheu vor der Gestaltung von Dingen des täglichen Lebens, wie Porzellan, T-Shirts, Regenschirmen oder Kinderspielzeug. Dadurch sind seine Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit bekannt und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert.

Otmar Alt möchte den Alltag mit Kunst bereichern, die jedem zugänglich sein kann. Dazu gehören auch die vielen Skulpturen von ihm im öffentlichen Raum. Alts Kunst ist experimentell, facettenreich und offen – getreu seinem Motto „Kunst, die man erklären muss, ist langweilig“.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der für 26 Euro an der Museumskasse erhältlich ist.