30.05.2014

Leiterin des Edith-Russ-Hauses nimmt neue Herausforderung im Ausland an

Nach fast zwei Jahren verlässt die Leiterin des Medienkunsthauses Dr. Claudia Giannetti das Edith-Russ-Haus, um eine neue berufliche Herausforderung im Ausland anzunehmen. Genaueres darf die Kunstwissenschaftlerin jedoch aufgrund einer Absprache mit ihrem künftigen Arbeitgeber noch nicht verraten. Die Leitungsstelle des Edith-Russ-Hauses wird in der kommenden Woche neu ausgeschrieben. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Dr. Friedrich Scheele, Direktor des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser, kommissarisch die Leitung des Medienkunsthauses.
 
Claudia Giannetti kann auf zwei erfolgreiche Jahre in Oldenburg zurückblicken: Bei der Ausstellungsplanung setzte sie auf eine Mischung aus etablierten und bekannten Künstlern, international bedeutenden Vertretern der jüngeren Generation sowie auf Nachwuchskünstler und Stipendiaten mit interessanten neuen Blickwinkeln. So konnte Giannetti zehn außergewöhnliche Ausstellungen im Edith-Russ-Haus realisieren, darunter „Spiel und Spielregeln“ mit dem international renommierten Filmemacher Harun Farocki, „Generation i.2“ über die Internetgeneration und „Something Other than Photography“, die die Entwicklung digitaler Medien und Technologien thematisierte. Mit diesen Ausstellungen konnte Giannetti 2013 einen Besucherzuwachs von 76,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr generieren. Auch auf dem Bremer Kunstfrühling 2014 war das Edith-Russ-Haus mit zwei Installationen vertreten und lockte über 4.600 Besucher an.  Aktuell ist die letzte von Giannetti kuratierte Ausstellung „Şükran Moral: B[R]YZANZ“ noch bis zum 31. August im Edith-Russ-Haus zu sehen.
 
Unter Giannettis Leitung wurde 2013 der Nachwuchsförderpreis der Sparda Bank eingeführt, mit dem junge Medienkünstlerinnen und -künstler gefördert werden. Zudem gelang ihr im vergangenen Jahr die Drittmitteleinwerbung von 148.000 Euro. Um dem Medienkunsthaus im Oldenburger Stadtbild mehr Sichtbarkeit zu verleihen hat sie außerdem Maßnahmen im Außen- und Fassadenbereich vornehmen lassen, darunter die Dach-Installation des Institutionsnamens in leuchtender Schrift.
 
Neben den Ausstellungen konzentrierte sich Giannetti mit fünf Publikationen des Edith-Russ-Hauses auch auf die wissenschaftliche Forschung. Frisch aus dem Druck kommt Anfang Juni die von ihr herausgegebene wissenschaftliche Veröffentlichung „AnArchive – Eine minimale Enzyklopädie zur Archäologie und Variantologie der Künste und Medien“ mit Texten von 53 international bekannten Mediendenkern und Philosophen wie Siegfried Zielinski, Hans Belting, Boris Groys oder Peter Weibel.

Dr. Claudia Giannetti. Foto: Edith-Russ-Haus
Foto: Edith-Russ-Haus