31.05.2017

Linden an der Huntestraße sind nicht zu retten

Oldenburg. Die fünf Linden in der Huntestraße im Bereich des Alten Stadthafens, an denen seit diesem Mittwoch die Kronen zurückgeschnitten werden, sind nicht mehr zu retten. Laufende Untersuchungen durch ein Sachverständigenbüro für Baumsicherheit und Baumpflege hatten ergeben, dass im Zuge der Baumaßnahme „Erneuerung Spundwand Huntestraße“ die Standsicherheit der Linden nicht mehr gewährleistet ist. Durch das Entfernen der alten Uferbefestigung war es zu erheblichen Erdverschiebungen und Wurzelabrissen gekommen. Parallel zur Straße verlaufende Risse im Boden und Pflaster der Huntestraße deuten bereits auf die mangelnde Standsicherheit der Linden hin.

Um Personen- und Sachschäden zu vermeiden, ist eine starke Kroneneinkürzung (Kronensicherungsschnitt) an den betroffenen fünf Linden zwingend erforderlich. Bei dieser Schnittmaßnahme handelt es sich um einen starken Kronenrückschnitt, der sich nicht am natürlichen Habitus der Bäume orientiert. Er dient ausschließlich dazu, die bei Gewitterböen auftretenden Windlasten zu reduzieren und aus artenschutzrechtlichen Gründen eine befristete Standzeit sicherzustellen. Nach Ansicht von Fachleuten  können die Linden die Wurzelverluste nicht kompensieren. Zudem  lässt die für den Hochwasserschutz erforderliche Kleiabdeckung ein erneutes Wurzelwachstum Richtung Spundwand kaum zu. Die beabsichtigte Fällung im Herbst kommt einem allmählichen Absterben der Bäume zuvor.

Beim Zurückschneiden der Kronen wird auf brütende Vögel, Nester und andere artenschutzrechtlich relevante Strukturen geachtet, um diese zu erhalten. Die wesentlichen Arbeiten wurden am Mittwoch ausgeführt, an diesem Donnerstag werden die Restarbeiten abgeschlossen. Solange bleibt die Huntestraße im Bereich Einmündung Friederikenstraße bis Nikolausstraße voraussichtlich gesperrt.

Es ist beabsichtigt, Ersatzpflanzungen mit bereits größeren Linden vorzunehmen.