26.08.2014

Literarische Geländegänge

Oldenburg. Der Oldenburger Schriftsteller Jochen Schimmang hat unter dem Titel „Grenzen Ränder Niemandsländer“ ein autobiographisch geprägtes Buch veröffentlicht. Er entwirft darin nicht nur eine persönliche Kulturgeschichte des Verschwindens, sondern berichtet auch über Leseerfahrungen, die ihn geprägt haben. Am Mittwoch, 10. September, stellt er das Buch im Programm des Literaturbüros um 20 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, vor. Der Journalist und Literaturkritiker Thomas Schaefer moderiert die Lesung und spricht mit Jochen Schimmang über das Motiv des Verschwindens und den Geländegang als literarische Gattungsbezeichnung. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten können online unter www.wilhelm13.de oder telefonisch unter der Nummer 0441 235-3014 beim Literaturbüro vorbestellt werden.

Jochen Schimmang schreibt vom Glück, das an den Rändern verborgen liegen kann. Entlang seiner Autobiografie erzählt er davon, was es heißt, eher ein Kind der britischen Besatzungszone zu sein, als das eines deutschen Staates. Er berichtet von frühen Grenzerfahrungen im „Zonenrandgebiet“ und an der holländischen Grenze, vom verträumten dänischen Fährhafen Rødbyhavn, vom räumlichen und zeitlichen Ende der Welt, vom Transit BRD-Westberlin und vom Transitorischen im Allgemeinen. Dabei entwirft er auch eine persönliche Kulturgeschichte des Verschwindens, des Verstecks und des Unsichtbarwerdens. Wir dürfen Jochen Schimmang in entlegenste Winkel folgen, auf Dachböden und in kindsgroße Löcher unterm Bahndamm. Seine literarischen Geländegänge führen sowohl in den englischen Klassenkampf als auch zu Peter Handke in Chaville.

Jochen Schimmang, geboren 1948, studierte Politische Wissenschaften und Philosophie und lehrte an Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Oldenburg. 2010 erhielt er den Rheingau Literaturpreis für „Das Beste was wir hatten“, 2012 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für „Neue Mitte“ sowie die Künstlerstipendien der Villa Concordia in Bamberg und des Künstlerhauses Edenkoben.