27.01.2021

Oldenburg verwirklicht Istanbul-Konvention

Oldenburg. Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt erfahren zunehmend eine gesellschaftliche Ächtung, dennoch bleiben die Fallzahlen besorgniserregend hoch. Bereits 2011 wurde das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ beschlossen, das in Deutschland 2018 in Kraft getreten ist – die sogenannte Istanbul-Konvention. Von den Unterzeichnern werden Maßnahmen zur Umsetzung in den Bereichen Prävention und Intervention erwartet.

Um in Oldenburg konkrete Verbesserungen zu erzielen, hat der Rat der Stadt Oldenburg im September 2020 einen „Kommunalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“ verabschiedet. Dieser Aktionsplan, der zuvor vom Gleichstellungsbüro in Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadtverwaltung, dem Präventionsrat und Schutz- und Fachberatungsstellen erarbeitet worden war, liegt nun in gedruckter Fassung und als barrierefreies Dokument im Internet vor.

Bestehende Angebote wurden analysiert, Bedarfe aufgedeckt und konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. „Die intensive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex zeigt, dass Oldenburg zwar auf einem guten Weg gegen geschlechtsspezifische Gewalt ist, aber auch noch viel getan werden muss“, betont Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Genau da setzt der Aktionsplan an. Ich freue mich, dass es nun in die Umsetzungsphase geht.“ Mit dem Ziel und Konzept, die Istanbul-Konvention auch kommunal anzugehen, nimmt Oldenburg deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein.

Das Gleichstellungsbüro arbeitet bereits an der Umsetzung der ersten Maßnahmen. Zudem werden nach dem Haushaltsbeschluss des Stadtrates am 25. Januar Mittel für die Einrichtung einer Koordinierungsstelle bereitgestellt, die die Umsetzung des Aktionsplans steuert und überwacht. Weiterhin weit oben auf der Prioritätenliste stehen die bessere Förderung von Schutz- und Gewaltberatungsstellen, eine Beratungsstelle eigens für von Häuslicher Gewalt (mit-)betroffenen Kindern und die Weiterentwicklung der Täter- und Täterinnenarbeit vor Ort.

Die gedruckte Version des „Kommunalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“ wird derzeit an die Mitglieder des Stadtrates und an Fachberatungsstellen versandt. Für alle weiteren Interessierten sind die wesentlichen Inhalte auf den Internetseiten des Gleichstellungsbüros unter www.oldenburg.de/gleichstellung abgebildet. Ebenfalls kann dort das Gesamtexemplar als barrierefreies PDF herunter geladen werden.