31.01.2017

Past is Not Post

Oldenburg. Vom 2. Februar bis zum 19. März 2017 zeigt das Edith-Russ-Haus für Medienkunst die Ausstellung „Past is Not Post“. Die internationale Gruppenausstellung vereint Arbeiten von mehr als 20 Künstlerinnen und Künstlern aus Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und aus dem Nahen Osten. Sie arbeiten auf sehr unterschiedliche Weise zu den Themen Geschichte und Gedächtnis, oft auf der Basis von Archivrecherchen.

So sehr sich die Kontexte und Methoden der Werke unterscheiden mögen, so verbindet sie doch ein künstlerischer Impuls: In einer Gegenwart, in der andere Wege verstellt erscheinen, nutzen sie die Aufarbeitung von Geschichte als eine Art Hintertür. Angesichts der zwiespältigen Rolle, die Künstlerinnen und Künstler in heutigen Gesellschaften innehaben, können sich überschneidende und unabgeschlossene Erzählungen
der Vergangenheit alternative Ansätze bieten. Es können Räume geschaffen werden für die Neuformulierung unserer kollektiven Möglichkeiten und Bedürfnisse – Räume, die gleichermaßen für Widerstand wie auch für Rückzug stehen. Gleichzeitig kompliziert die Gegenwart mit ihren wechselhaften Anforderungen und flüchtigen Aufmerksamkeitsspannen das Verhältnis das Betrachters zu diesen Werken: Was eben noch aufrührerisch und wirkungsvoll klang, erscheint im nächsten Moment wie ein Zurückweichen vor noch drängenderen Fragen.

Die Ausstellung steht im Zusammenhang einer langfristig angelegten Untersuchung des Edith-Russ-Hauses zu künstlerischen Bezugnahmen auf Geschichte und zum Gebrauch von Archivmaterialien zur Befragung der Gegenwart. Was lässt sich in der Konstellation dieser Werke aus den Resonanzen und Dissonanzen lernen, zu denen es aufgrund ihrer räumlichen und inhaltlichen Nachbarschaft kommt? Die Arbeiten laden die Besucherinnen und Besucher zur Beschäftigung mit der kulturellen Bedeutungs- und Wissensproduktion ein. Sie fordern sie nicht als Rezipienten von Geschichte, sondern als künftig Handelnde.

Die Ausstellung wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der EWE Stiftung.

Kuratoren: Benj Gerdes und Lasse Lau

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Pia Arke und Anders Jørgensen, Petra Bauer, Matthew Buckingham, Kajsa Dahlberg, Michelle Dizon, Benj Gerdes, Andrea Geyer, Regina José Galindo, Jan Peter Hammer, Sven Johne, William E. Jones, Lasse Lau, Maha Maamoun, Robert Ochshorn, Rania Rafei und Raed Rafei, Benjamin Tiven, Sarah Vanagt und Katrien Vermeire, Raed Yassin sowie Akram Zaatari.