31.07.2018

Prüfen, rufen, drücken – bis der Arzt kommt

Oldenburg. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute: Mut machen, Menschen in lebensbedrohlichen Situationen beherzt zu helfen, wollen Malteser Hilfsdienst, Johanniter-Unfall-Hilfe, Feuerwehr Oldenburg, Großleitstelle Oldenburger Land, Deutsches Rotes Kreuz (Kreisverband Oldenburg-Stadt), Polizei Oldenburg und Klinikum Oldenburg. In einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel „Oldenburg rettet Leben“ legen sie den Fokus auf das Thema Wiederbelebung. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine sechswöchige Kampagne. Höhepunkt ist der Aktionstag am Samstag, 18. August, von 11 bis 15 Uhr auf dem Schlossplatz.

Prüfen, rufen, drücken: Wer sich diese drei Worte einprägt, ist als Ersthelfer gut gewappnet. Sich vergewissern, ob ein bewusstlos zusammengebrochener Mensch noch atmet, dann unter 112 den Notruf alarmieren und, wenn nötig, mit der Reanimation beginnen – das sind die drei Schritte der Wiederbelebung. Doch nur Wenige starten in einer Notsituation tatsächlich die Rettungskette – oftmals aus Angst, etwas falsch zu machen, oder aus Unwissenheit in Erster Hilfe. „Der einzige Fehler ist aber, nichts zu tun“, sagt Stefan Thate, Rettungsdienst-Leiter der Feuerwehr Oldenburg.

Jedes Jahr erleiden mindestens 50.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses. Je länger kein Blut durch den Körper zirkuliert, desto mehr Schaden nimmt das Gehirn. Eine sofortige Herzdruckmassage kann Leben retten. „Deshalb ist es wichtig, dass Laien mit den Wiederbelebungsmaßnahmen anfangen, solange der Rettungsdienst noch unterwegs ist“, betont Stefan Thate. Genau dafür wirbt die Kampagne „Oldenburg rettet Leben“.

Beim Aktionstag am Samstag, 18. August, bauen die Akteure eine Großleinwand, Rettungs- und Aktionsflächen, Erlebnis-Pavillons, den Überschlagsimulator der Polizei und einen 40-Tonnen-Kran mit Gondel auf dem Schlossplatz auf. Von 11 bis 15 Uhr werden spannende Mitmachaktionen zum Thema Lebensrettung angeboten. Experten-Teams zeigen, wie Laien in Notfällen sicher Erste Hilfe leisten können. Gemeinsam wird der „Lebensretter-Beat“ geübt. Den Rhythmus der Herzdruckmassage (in einer Geschwindigkeit von 100 Stößen pro Minute die Mitte des Brustbeins nach unten drücken) gibt beispielsweise gut das Lied „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees vor. Vorgestellt wird auch die Funktionsweise einer neuen Ersthelfer-App: Über diese Anwendung lässt sich nicht nur ein direkter Notruf absetzen, sondern sie gibt auch eine Kurzanleitung in Erster Hilfe zum Überbrücken der kritischen Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Damit Wiederbelebung im wahrsten Wortsinn Schule macht, rufen die Organisatoren die Schulen an diesem Tag zum Mitmachen auf: Beim Wettbewerb „Helden to go – Oldenburger Kids retten Leben“ können Schulklassen nicht nur zeigen, dass Wiederbelebung kinderleicht ist, sondern auch Preise gewinnen. So werden Klassenbesuche bei der Polizei, der Feuerwehr, der Großleitstelle und der Nordwest-Zeitung ausgelobt. Außerdem gibt es Rettungswagen-Vorführungen, Erste-Hilfe-Rucksäcke und Fahrradhelme für die ganze Klasse zu gewinnen. Alle Teilnehmenden bekommen ein Zertifikat, eine Lebensretterweste und ein Eis. Begleitende Familienangehörige erhalten Gutscheine für den Oldenburger Herzcheck und Rabatt fürs Parkhaus. Auskünfte gibt es telefonisch unter 0441 403-2366 oder 0441 403-2230.

„Oldenburg rettet Leben“ ist bereits mit einer Medienkampagne in sozialen Netzwerken gestartet. Bekannte Gesichter aus Oldenburg, u. a.  das Gesangsduo Judith & Mel und Erste Stadträtin Silke Meyn, kommen in Kurzclips zu Wort und rufen dazu auf, Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen und

Ersthelfer zu  werden. In den Kinos Cine k und Casablanca wird mit einem Lebensretter-Kurzfilm für den Aktionstag geworben. Die Hamburger Medizinjournalistin und Filmautorin Kerstin Michaelis wird den Aktionstag moderieren.  

Mehr Informationen gibt es unter www.oldenburg-rettet-leben.de und www.einlebenretten.de.

Das Bühnenprogramm am Samstag, 18. August, auf dem Schlossplatz:  
•    11 Uhr: Eröffnung mit besonderen Gästen
•    11.15 Uhr: „Ich war klinisch tot!“ – Die Geschichte einer Rettung;
Lebensretter und Geretteter im Interview
•    11.30 Uhr: Schülerbands rocken den Schlossplatz
•    12 Uhr: „Prüfen, rufen, drücken  bis der Arzt kommt“ – Ohne Laienhilfe geht es nicht
•    12.30 Uhr: „Ihr Einsatz bitte!“ – Wir üben zusammen den Lebensretter-Beat!
•    13 Uhr: „Ich habe einfach gedrückt!“ – Wiederbelebung per Telefon
•    13.30 Uhr: Wiederbelebung macht Schule: Klassen 5 bis 9 zeigen ihr Können
•    14 Uhr: „Auf die Minute kommt es an!“ – Lebensretter-App im Test
•    14.30 Uhr: Wiederbelebung macht Schule: Klassen 10 bis 13 wissen, wo’s lang geht
•    15 Uhr: „Wir alle können Leben retten“ – Aufruf: 2020 brechen wir den Lebensretter-Rekord!

Themen-Pavillons:
•    Oldenburger Herzcheck
•    Sie haben‘s in der Hand: Herzdruckmassage beim Erwachsenen
•    Alle können es lernen: Wiederbelebung beim Kind
•    Stromstöße retten Leben – Training mit Laien-Defibrillatoren
•    Oldenburgs Notfall-App
•    Notfall 112 – Telefonreanimation

Programm auf den Aktionsflächen:
•    Wenn die Welt auf dem Kopf steht: Überschlagsimulator der Polizei
•    Herzdruckmassage: Üben Sie den Lebensretter-Beat!
•    Hoch hinaus: Auf dem 40-Tonnen-Kran nach Lebensrettern Ausschau halten
•    Kompakt, aber oho: Ein Rettungstransportwagen hat‘s in sich
•    Für kleine Lebensretter: RTW-Hüpfburg, Eiswagen und vieles mehr


Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Rückfragen:
•    Barbara Delvalle, Pressereferat Klinikum Oldenburg AöR, Tel: 0441/403-2227, E-Mail: delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
•    Stefan Greiber, Fachbereichsleiter Kommunikation Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Tel: 0441 97190-32, E-Mail: stefan.greiber@johanniter.de
•    Stephan Onnen, Pressebüro Stadt Oldenburg, Tel: 0441 235-3751, E-Mail: stephan.onnen@stadt-oldenburg.de

Jede Minute zählt: In einer Notsituation ist es wichtig, dass auch Laien sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.Foto: Lukas Lehmann/Klinikum Oldenburg
Jede Minute zählt: In einer Notsituation ist es wichtig, dass auch Laien sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Foto: Lukas Lehmann/Klinikum Oldenburg