21.03.2014

Robert Gernhardt - Das zeichnerische Werk

Robert Gernhardt (1937-2006) gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dichter der deutschen Sprache. Darüber hinaus schuf er ein umfangreiches Werk als Schriftsteller, Maler und Zeichner. Als Mitarbeiter der Satirezeitschrift pardon und Mitbegründer der Zeitschrift Titanic prägte er maßgeblich die Humorkultur der späten Bundesrepublik. Über die Grenzen der Satire hinaus machte ihn die Zusammenarbeit mit Peter („Pit“) Knorr und Bernd Eilert für Otto Waalkes bekannt. Robert Gernhardt erhielt für sein literarisches, zeichnerisches und theoretisches Werk zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den Bertolt-Brecht-Preis, den Heinrich Heine-Preis, den e.o.plauen Preis sowie den Wilhelm-Busch-Preis.
 
Die Ausstellung des Stadtmuseums Oldenburg widmet sich nun mit etwa 100 Exponaten aus dem Nachlass des Künstlers dem zeichnerischen Werk Gernhardts, das wie seine Dichtungen von einer kongenialen Parallelität und Durchdringung von Hochkunst und Hochkomik geprägt ist. Die gezeigten Werke stammen sämtlich aus der Sammlung des caricatura museums frankfurt.
 
Die ausgewählten Bildgedichte und Bildgeschichten wurden in der Regel in der Titanic, im ZEIT-Magazin oder im Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erstveröffentlicht. Gezeigt werden vor allem Bilder aus seinen Zyklen „Gernhardts Erzählungen“ und „Hier spricht der Dichter“. Eine Ausnahme bilden die „Schnuffi“-Cartoons, die regelmäßig in der Beilage Welt im Spiegel (WimS) der Satirezeitschrift pardon erschienen und von denen eine kleine Auswahl ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.
 
Der Querschnitt durch das zeichnerische Werk Robert Gernhardts zeigt die außergewöhnliche Vielseitigkeit des 2006 verstorbenen Künstlers, der nicht nur mit allen denkbaren Formen des Gedichtes spielte, sondern auch thematisch keine Grenzen kannte.