05.02.2020

Schauspiel bringt Krieg und Frieden auf die Bühne

Oldenburg. Sie haben Böll, Brecht und Machiavelli gelesen, sich mit beiden Weltkriegen, dem Vietnamkrieg und den Machenschaften der Rüstungsindustrie beschäftigt und Bob Dylans Anti-Kriegs-Lied „Masters of War“ gehört: Keine Frage, die Mitglieder der in der Freizeitstätte Bürgerfelde beheimateten Jugendtheatergruppe „DienstagsDrama“ haben sich erneut in großer Detailarbeit an einen ambitionierten Stoff gewagt. „Wie geht Frieden?“ lautet der Titel des selbst erarbeiteten Stücks. Nachdem das Schauspiel im vergangenen Jahr bereits in einer ersten Werkschau-Fassung in kleinerem Rahmen während der Veranstaltungswoche „Mayors für Peace“ zu sehen war, feiert es nun in großer Besetzung auf einer echten Theaterbühne Premiere: Gespielt wird das Stück am Dienstag, 18. Februar, und Mittwoch, 19. Februar, jeweils ab 20 Uhr im Theater hof/19, Bahnhofstraße 19.
Gemeinsam hat sich das junge Ensemble – die Darstellenden sind zwischen 13 und 27 Jahre alt – damit auseinandergesetzt, welche Verantwortung jeder Einzelne trägt, damit Gesellschaften friedlich und Menschen friedliebend bleiben. „Wenn die einfachen Menschen laut, deutlich und eindeutig erklären: Wir wollen keinen Krieg, dann können jene, die den Krieg vorbereiten, die ihn schüren, an ihm verdienen wollen, keinen Krieg machen“, sagt eine der Figuren auf der Bühne, die einen friedensuchenden Menschen verkörpert. So schöpft auch die schon am Boden liegende und schwächelnde Gestalt, die den „Frieden“ darstellt, wieder Mut, um der unheilvollen Allianz zwischen dem „Krieg“ und dem „Tod“ entgegenzutreten. Eine tragende Rolle spielt die „Zeit“, die durch das aufrüttelnde Schauspiel führt. Weitere Charaktere sind ein angeschossener Sterbender, ein ewiger Pazifist, ein Poet und ein Vertreter der These „Frieden schaffen durch Waffen“.
Auf Jugendsprache haben die Schauspielerinnen und Schauspieler dabei bewusst verzichtet. „Stattdessen sind sie tief in die Geschichte eingetaucht und haben sich den Duktus der Dichter und Denker zu eigen gemacht“, berichtet der Theaterpädagoge der Freizeitstätte, Thomas Vossenberg, der gemeinsam mit Lore Schilberg Regie geführt hat. Die Arbeiten an dem Stück hatten im August vorigen Jahres begonnen. Auf der Bühne stehen Katharina Brandes, Janna Sölter, Maira Witt, Elisabeth Bartz, Kemal Demircan, Roza Sterk, Yannick Feld, Jannis Hadtstein, Sarah Wolters, Nicolas Wilke und Lolo Dirks.
Der Eintritt für die etwa einstündigen Vorstellungen im Theater hof/19 kostet jeweils sechs Euro (ermäßigt vier Euro). Karten gibt es in der Freizeitstätte Bürgerfelde, Telefon 0441 8850508, oder per E-Mail an thomas.vossenberg@stadt-oldenburg.de.
Das Theaterprojekt wurde aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung und der Oldenburgischen Landschaft gefördert.

Eine Szene aus den Proben mit (von links) Elisabeth Bartz, Jannis Hadtstein und Janna Sölter.
Eine Szene aus den Proben mit (von links) Elisabeth Bartz, Jannis Hadtstein und Janna Sölter. Foto: Stadt Oldenburg