31.01.2020

Überlebensgeschichte aus Auschwitz

Oldenburg. Das Kulturbüro der Stadt Oldenburg hat die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Autorin Anja Tuckermann im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Living History – 2020_75 Jahre nach Kriegsende“ zu Lesungen nach Oldenburg eingeladen. Die beiden in diesem Rahmen für den 6. Februar angekündigten Termine müssen leider ausfallen. Stattdessen wird Anja Tuckermann nun am Mittwoch, 5. Februar, ab 14.30 Uhr im Seminarraum des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst in der Katharinenstraße 23 aus ihrem Buch „Denk nicht, wir bleiben hier!“ lesen. Jugendliche und Erwachsene sind dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei.

In ihrem Buch erzählt Anja Tuckermann die Geschichte von Hugo Höllenreiner, der in München aufwächst, wo sein Vater ein kleines Fuhrunternehmen hat. Hugo ist neun Jahre alt, als er, seine Eltern und seine fünf Geschwister 1943 in das Zigeunerlager in Auschwitz deportiert werden. Englische Soldaten befreien ihn 1945 aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen. Über die dazwischenliegenden zwei Jahre kann Hugo erst sprechen, als er 60 Jahre alt ist: „Immer wenn ich sagen muss, was wir mitgemacht haben, tut es mir innerlich sehr weh. Mein ganzer Körper leidet darunter. Wenn ich gesprochen habe, bin ich richtig traurig. Ich bin dann so fertig. Aber vielleicht drei Stunden später kriege ich wieder neuen Mut.“

Das Kulturbüro der Stadt Oldenburg organisiert seit 2017 Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Anlässlich des 75. Jahrestages des Kriegsendes
haben sich in diesem Jahr erstmalig viele Oldenburger Akteure zu einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe zusammengetan.