21.03.2014

Unter lichten Kiefern wächst ein neuer Wald

Oldenburg. Damit die Übermorgenstadt auch in Zukunft tief durchatmen kann, bekommen ihre grünen Lungenflügel Zuwachs: Allein im Wald am Küpkersweg ließ die Stadt in den vergangenen Tagen 3.000 junge Rot- und Hainbuchen auf einer Fläche von 1,6 Hektar pflanzen. Vorausgegangen war der Pflanzaktion eine Durchforstung im Winter 2012/2013. „Wir haben damals alte Kiefern entnommen, die bereits geschwächt waren. Sie hatten keine hohe Lebenserwartung mehr. Insofern war es Zeit, sie durch eine größere Zahl junger, neuer Laubbäume zu ersetzen. Wir haben uns bewusst für regionstypische, langlebige Bäume entschieden, die auf Dauer viel CO2 speichern“, sagt Stadtbaurätin und Umweltdezernentin Gabriele Nießen. Zudem hätten gerade die Herbststürme und die zwei Orkane des letzten Herbstes gezeigt, dass flachwurzelnde Nadelhölzer starken Winden weniger standhielten, wenn sie in die Jahre gekommen seien.

„Die große Pflanzaktion am Küpkersweg ist zwar die mit Abstand größte, nicht aber die einzige Maßnahme der Stadt zum Erhalt, zur Revitalisierung und zum Ausbau des Baumbestandes in Oldenburg“, so Nießen weiter. Bis Ende April würden die Pflanzmaßnahmen des Frühjahres abgeschlossen sein, worauf die Phase der Pflege und Unterhaltung öffentlichen Grüns folge. Auch hier pflanze die Stadt neue Bäume, ebenso im Rahmen sogenannter Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen: junge Bäume also, für jene, die im Zuge von Straßen- und Hochbaumaßnahmen gefällt werden mussten. Insgesamt erhält das Stadtbild nach der großen Frühjahrspflanzung mithin noch etwa 250 neue Bäume. Im Herbst folgt dann die jährliche Phase der Baumschauen. „Wir prüfen jeden der außerhalb von Wäldern stehenden rund 70.000 städtischen Bäume auf Vitalität und Standfestigkeit, also auf die sogenannte Verkehrssicherheit“, erklärt Uwe Ahlers, Leiter des Fachdienstes Stadtgrünpflege. Im Spätherbst käme dann die zweite größere Phase der Pflanzungen, unter anderem im Großen Bürgerbusch. Genaue Zahlen existieren indes noch nicht.

Die Übermorgenstadt gilt als eine der naturreichsten Großstädte Deutschlands. Denn mehr als ein Drittel des Stadtgebietes sind nach Naturschutzrecht besonders geschützt: Aktuell (Stand 21. März 2014) gliedern sich 3.483 der 10.297 Hektar Stadtfläche in drei Naturschutzgebiete (508 Hektar), 56 Landschaftsschutzgebiete (2.580 Hektar), 452 Biotope mit insgesamt 381 Hektar Fläche und 24 geschützte Landschaftsbestandteile auf 14 Hektar. Hinzuzurechnen wären überdies 54 Naturdenkmale – besonders schützenswerte Bäume. „Naherholung inmitten einer gesunden und artenreichen Natur wird in der Übermorgenstadt also ganz groß geschrieben für die Bürgerinnen und Bürger“, sagt Umweltdezernentin Gabriele Nießen. Am 31. März steht im Rat der Stadt der Beschluss zur Ausweisung eines vierten Naturschutzgebietes – der Alexanderheide – mit weiteren 39 Hektar schützenswerter Fläche auf der Tagesordnung.