18.03.2014

Vergangenheitsbewältigung auf Straßenschildern?

Oldenburg. Am Dienstag, 25. März, beendet Prof. Dr. Joachim Perels um 19.30 Uhr im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, die Veranstaltungsreihe „Umstrittene Paten? Oldenburger Straßennamen – Eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte“. Mit seinem Vortrag „Straßennamen und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit“ verfolgt Politikwissenschaftler Perels das Ziel, anhand einiger Praxisbeispiele den Zusammenhängen zwischen dem gesellschaftlichen Umgang mit dem „Erbe“ des NS-Regimes und dem Medium des Straßennamens nachzuspüren. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwiefern Inhalte, Konflikte und Entwicklungslinien der sogenannten „Vergangenheitsbewältigung“ auch von Straßenschildern „abzulesen“ sind. Der Eintritt des gemeinsam vom Amt für Kultur und Sport der Stadt Oldenburg und dem Institut für Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität veranstalteten Vortrags ist frei.

Joachim Perels, der von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2007 eine Professur für Politikwissenschaft an der Universität Hannover innehatte, gilt als führender Wissenschaftler auf dem Feld der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Dies bezeugen nicht zuletzt seine zahlreichen Veröffentlichungen auf diesem Gebiet. Zu nennen sind hier unter anderem die Monographien „Das juristische Erbe des ‚Dritten Reiches‘“ (1999) oder „Entsorgung der NS-Herrschaft. Konfliktlinien im Umgang mit dem Hitler-Regime“ (2004) sowie die von ihm herausgegebenen Sammelbände „Auschwitz in der deutschen Geschichte“ (2010) beziehungsweise „Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus“ (2008).

Darüber hinaus fungierte Professor Perels als Vorsitzender, Berater und Mitglied diverser NS-Gedenkstätten. Für das Thema seines Vortrages kann Joachim Perels auch auf eigene Untersuchungen und Erfahrungen zurückgreifen. So verfasste er 2008 ein Gutachten zu einer nach Karl Elkart benannten Straße in Hannover, der während der NS-Zeit in seiner Funktion als dortiger Stadtbaurat das Regime massiv unterstützt hatte. Die entsprechenden Ergebnisse liegen in Form des Artikels „Ein Machtträger der NS-Diktatur als Namensgeber der Nachkriegsdemokratie. Probleme einer Umbenennung der Elkartallee in Hannover“ vor.

Durch die Veranstaltung führt Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen, Juniorprofessor für europäische Zeitgeschichte an der Universität Oldenburg.