29.08.2019

Von Vertrauen und Verantwortung

Oldenburg. „Schutzzone“, der neue Roman von Nora Bossong, ist für den Deutschen Buchpreis nominiert. Er fragt nach der Bedeutung von Vertrauen und Verantwortung und danach, wie Schutz und Herrschaft ineinandergreifen. Am Mittwoch, 11. September, stellt die Autorin das Buch in der Reihe „Konstellationen“ des Literaturbüros Oldenburg vor und spricht mit Jannika Mattes darüber, wie sich Zeugenschaft zur Wahrheit verhält und wer darüber zu Gericht sitzt. Mattes ist Professorin für Organisation und Innovation am Institut für Sozialwissenschaften der Oldenburger Universität. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch. Beginn ist um 19.30 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 (Leo-Trepp-Straße 13). Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten können beim Literaturbüro per E-Mail an literaturbuero@stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter der Nummer 0441 235-3014 vorbestellt werden.

Zum Inhalt: Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira, die Protagonistin in Noras Bossongs Roman, für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern einige Monate gelebt hat. Die Erinnerungen an diese Zeit, aber auch Milans unentschiedene Haltung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Doch dann wird ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt, und ihr Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden, gerät ins Wanken.

Das Institut für Geschichte der Oldenburger Universität ist Kooperationspartner der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Veranstaltungsreihe.

Nora Bossong. Foto: Suhrkamp Verlag
Nora Bossong. Foto: Suhrkamp Verlag