15.02.2017

Vortragsreihe: Mehr kulturelle Teilhabe durch Digitalisierung?

Oldenburg. In einer dreiteiligen Vortragsreihe beleuchtet das Kulturbüro der Stadt Oldenburg die Chancen, die digital-analoge Ansätze für die verstärkte Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an öffentlich geförderter Kultur bieten können. Anhand von bundesweiten Fallbeispielen werden auch die besonderen Herausforderungen thematisiert, denen die öffentliche Kultur in den bislang überwiegend privatwirtschaftlich geprägten sozialen Netzwerken und Plattformen – den modernen Marktplätzen – ausgesetzt ist. Vor dem Hintergrund kommerzieller digitaler Kulturangebote wird zudem das Thema Datensouveränität besprochen: Wenn der Rohstoff des 21. Jahrhunderts die Daten sind, muss diskutiert werden, welche Rolle eine Stadt mit ihrem eigenen digitalen Angebot spielen kann, um die Freiheit der Daten ihrer Bürgerinnen und Bürger bewahren zu können.

„Die zunehmende Digitalisierung eröffnet ganz neue Chancen zur Teilhabe am öffentlichen Leben“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Digitale Kulturangebote können Gruppen erreichen, die sich bisher wenig am kulturellen Leben beteiligt haben. Unser Ziel ist es, die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, zu nutzen, um die gesellschaftliche Teilhabe aller Oldenburgerinnen und Oldenburger zu fördern.“

Der erste Vortrag findet am 21. Februar im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, statt: Staatsrat a.D. Dr. Nikolas Hill spricht über „Digitalisierung – eine große Chance für die Kultur“. Am 21. März befasst sich Marcello Bonventre, Leiter der „Digitalen Garage“ bei Radio Bremen, mit „Digital-analoger Kulturpolitik im Spannungsfeld von Kulturauftrag und privatwirtschaftlichem Monopolbestreben“. Veranstaltungsort ist das Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13. Zum Abschluss am 15. August hält Referentin Yvonne Hofstetter, Autorin und Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH, den Vortrag „Das Ende der Demokratie – wie die künstliche Intelligenz die (Kultur-)Politik übernimmt und uns entmündigt“ im Kulturzentrum PFL.

Hintergrund der Vorträge ist die grundlegende Veränderung der gelebten Regeln und Abläufe in der Gesellschaft durch die digitale Revolution. Sie ändert Lebenswelten, Arbeitswelten und die Demokratie. Über lange Jahre vorhandene Sicherheiten scheinen einer immer schneller werdenden Folge von technischen Innovationen und inhaltlichen Fortentwicklungen zu weichen. Gerade die Kultur kann und darf sich diesen Entwicklungen nicht entziehen. Mit dem Internet und neuer Medientechnik stehen heute Werkzeuge zur Verfügung, die enorme Möglichkeiten der Partizipation und Inklusion größerer Bevölkerungsgruppen am öffentlichen Kulturprogramm eröffnen.

Die Vorträge finden jeweils dienstags, 18.30 Uhr, statt, der Eintritt ist frei. Es moderiert jeweils Thierry Chervel, Journalist und Mitbegründer des Online-Feuilletons „Perlentaucher“. Anmeldungen nimmt das Kulturbüro per E-Mail an kulturbuero@stadt-oldenburg.de entgegen.