30.05.2018

Warnung vor unsichtbarer Gefahr im Glas

Oldenburg. Geschmacklos, geruchlos und gefährlich: „K.O.-Tropfen“ sind betäubende Mittel, die Menschen zu leichten Opfern machen sollen. Sie sind für eine hohe Dunkelziffer an Straftaten in der Disko- und Kneipenszene mitverantwortlich – auch in Oldenburg. Die Erinnerungslücken der Betroffenen sind zu groß, die Substanzen lassen sich nur kurz nachweisen und der Verdacht fällt nicht zwangsläufig auf ein manipuliertes Getränk. Dabei liegen zwischen Enthemmung, Bewusstlosigkeit und Tod nur wenige Tropfen Unterschied.

„Häufig geht es den Tätern darum, möglichst unauffällig eine weitere Straftat zu begehen“, erläutert die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg, Renate Vossler. „Besonders Frauen erleiden nach Verabreichung solcher Substanzen sexualisierte Gewalt und stehen dann vor einer Mauer aus Scham, dem Risiko der Glaubwürdigkeit und der schwierigen Nachweisbarkeit.“

Das Gleichstellungsbüro hat unter dem Motto „Lass Dich nicht K.O.-Tropfen“ eine Kampagne und einen Internetauftritt entwickelt, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Oldenburger Kneipen, Clubs und Diskotheken werden kostenfrei Kampagnen-Plakate zur Verfügung gestellt, die gut sichtbar angebracht den Präventionsgedanken transportieren. Mit verschiedenen Motiven erinnern die Plakate daran, auch bei einem ausgelassenen Abend die wichtigsten Regeln zu beachten. „Frauen sollten ihre Getränke nicht aus den Augen lassen und gegenseitig aufeinander Acht geben. Es gibt Anzeichen für K.O.-Tropfen, die aber eher von Außenstehenden erkannt werden. Frauen, denen es nicht gut geht, sollten sich immer Hilfe holen. Das Personal ist dabei eine neutrale und gleichzeitig sichere Unterstützung“, fasst Renate Vossler zusammen.

Ausführlicher informieren die Internetseiten des Gleichstellungsbüros unter www.oldenburg.de/KO-Tropfen über Substanzen und deren Wirkungsweise, geben weitere Tipps zur Vorbeugung und listen Anlaufstellen für den Ernstfall auf.