03.11.2020

Wie „Keks 4.0“ Appetit auf Lernen im technologischen Wandel macht

Oldenburg. Eine hochwertige Berufsbildung ist der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Entwicklung – sie befähigt Menschen, ihre soziale und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Eine immer wichtigere Rolle nimmt dabei der Erwerb von Fähigkeiten in Bezug auf den technologischen Wandel ein. Darin waren sich die Teilnehmenden des ersten Workshops im Rahmen der „UN!TE 2020 digitally“ einig. Bei der von der Stadt Oldenburg organisierten virtuellen Städtepartnerschaftskonferenz geht es um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals).

25 Vertreterinnen und Vertreter  aus Groningen (Niederlande), Høje-Taastrup (Dänemark), Vorpommern-Rügen (Deutschland), Kingston upon Thames (England), Mateh Asher (Israel), Xi’an und Qingdao (China) sowie aus Wien, Bonn, Osnabrück und Oldenburg waren am Montag, 2. November, beim Bildungs-Workshop per Video zugeschaltet. Unter der Moderation von Karin Küblböck, Ökonomin der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), wurden mit Fokus auf die Berufsausbildung verschiedene Rollen, Strategien, Herausforderungen sowie „Best practice“-Beispiele vorgestellt und diskutiert. „Es waren sehr interessante, vielseitige und aufschlussreiche Vorträge dabei, die auf große Resonanz stießen“, bilanzierte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Impulse aus Oldenburg gab der Leiter des Bildungszentrums für Technik und Gestaltung (BZTG), Gert Mora Motta. Er skizzierte die Rolle der Berufsbildenden Schulen als wichtige Partner im dualen System, um den Fachkräftenachwuchs für die digitale Zukunft auszubilden. Am BZTG können Auszubildende in technischen und gestalterischen Berufen am Modell einer „smart factory“ lernen und das Thema „Industrie 4.0“ erschließen. Mora Motta stellte anhand von „Keks 4.0“ – einem Projekt zur Vollautomatisierung der Produktion von Keksen – vor, wie Schülerinnen und Schülern eine zeitgemäße Vorbereitung auf die digitale Arbeitswelt ermöglicht wird.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit der „Schule der Zukunft“ (Høje-Taastrup) sowie mit den Berufsbildungsmöglichkeiten und der Fachkräftegewinnung im Landkreis Vorpommern-Rügen. Außerdem bot der Workshop Einblicke in das neue Modell der Berufsausbildung in Xi‘an und in die Berufsausbildung im Bereich „Internet of Things“ in Qingdao.  

Über die folgenden Themen wollen sich die Konferenz-Teilnehmenden künftig weiterhin austauschen:
•    die Ausbildung von Lehrkräften im Zusammenhang mit dem nachhaltigen Entwicklungsziel „Hochwertige Bildung“ und den Anforderungen der digitalisierten Arbeitswelt;
•    eine bessere Motivation von Schülerinnen und Schülern;
•    die gerechtere Gestaltung von Bildung.
 
Das Online-Format „UN!TE digitally“ ersetzt die ursprünglich für Ende Juni 2020 in Oldenburg als persönliches Treffen geplante zweite Ausgabe von „UN!TE“, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Weitere digitale Workshops zu den UN-Nachhaltigkeitszielen folgen am 5. und 9. November. Finanziell und organisatorisch unterstützt wird die Konferenz durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), die Städten und Gemeinden im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als Service- und Beratungseinrichtung zur Verfügung steht.

Teilnehmende aus aller Welt: Auf große Resonanz stieß der digitale „UN!TE“-Workshop zum Thema Berufsbildung. Foto: Stadt Oldenburg
Teilnehmende aus aller Welt: Auf große Resonanz stieß der digitale „UN!TE“-Workshop zum Thema Berufsbildung. Foto: Stadt Oldenburg