25.09.2015

Zum Töten bereit?

Oldenburg. Sind deutsche Jugendliche „Zum Töten bereit“? Antworten darauf gibt die Religionspädagogin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor mit ihrem neuen gleichnamigen Buch. Sie erklärt, warum junge Deutsche in den Dschihad nach Syrien ziehen und sie weiß aus Erfahrung, wovon sie spricht: Fünf ihrer früheren Schüler sind nach Syrien gereist, um als „Gotteskrieger“ für den IS (Islamischer Staat) zu kämpfen. Am Montag, 28. September, 19 Uhr, im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, stellt sie ihr Buch vor und diskutiert darüber, was den Dschihad für Jugendliche so attraktiv macht und warum sie den Salafismus in Deutschland für gefährlich hält.

Dabei formuliert sie sehr deutlich, was die Gesellschaft und auch was die muslimische Gemeinschaft ihrer Meinung nach tun können, um Fanatikern und Extremisten entgegenzutreten und für demokratische Werte einzustehen. Seit 2003 ist Lamya Kaddor Lehrerin für Islamkunde in deutscher Sprache und seit 2013 als Lehrerin für Islamische Religion in Dinslaken tätig. In Büchern und Zeitungsartikeln, in zahlreichen Fernsehdiskussionen und auch als Mitbegründerin des „Liberal-Islamischer Bund e.V.“ setzt sie sich engagiert für die wertschätzende Auseinandersetzung mit „islamischen, interreligiösen und gesellschaftlichen Fragestellungen“ ein. Weitere Informationen zu Lamya Kaddor gibt es auf ihrer Internetseite unter lamyakaddor.jimdo.com.

Mit dieser Lesung setzt das Kulturbüro der Stadt Oldenburg die Veranstaltungsreihe „Living History – Wer ist hier eigentlich ‚Wir’?“ fort und diskutiert über Identitätskonflikte im Spannungsfeld von radikalem Islamismus und Islamfeindlichkeit.