23.01.2019

Zwischen Dichtung und Wahrheit

Oldenburg. Steven Uhly, Autor zahlreicher Romane, Gedichte, Kurzgeschichten, Essays und Übersetzungen, beendet am Sonntag, 3. Februar, den aktuellen Durchgang der LiteraTour Nord. Er liest ab 11 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 aus seinem jüngsten Roman „Den blinden Göttern“, der in einem klugen Spiel Dichtung und Wahrheit miteinander verknüpft. Der Literaturwissenschaftler Jörg Schuster moderiert die Lesung und spricht mit dem Schriftsteller über die unklare Trennlinie zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die LiteraTour Nord wird in Kooperation vom Literaturbüro Oldenburg, der Carl von Ossietzky-Universität und der Buchhandlung CvO-Unibuch veranstaltet. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über die Buchhandlung CvO-Unibuch, Uhlhornsweg 99, und unter Telefon 0441 71677.

Steven Uhlys Roman erhält eine ganze Reihe wunderbarer Gedichte. Darüber hinaus besteht der große Charme des Buches darin, dass der Autor nicht erkennen lässt, ob eine wahre Geschichte oder eine Persiflage vorliegt: Dem Buchhändler Friedrich Keller wird von einem verwahrlosten Unbekannten ein Manuskript mit Gedichten zugespielt. Keller, neurotischer Einzelgänger und passionierter Kenner der Dichtkunst, beginnt eines Tages das Manuskript zu lesen und entdeckt bald, dass ihm ein Meisterwerk vorliegt. Geraume Zeit später erkennt er den Mann auf der Straße wieder und folgt ihm spontan in die derbe Welt einer Kneipe, wo er das Gespräch mit dem Genie sucht. Die Begegnung bringt seine Welt ins Wanken. Als der Dichter schließlich bei Keller zuhause aufkreuzt, gerät sie vollends aus den Fugen.

Steven Uhly, 1964 in Köln geboren, studierte Literatur, promovierte und lehrte in Brasilien und Deutschland. Er übersetzt Lyrik und Prosa unter anderem aus dem Spanischen und Portugiesischen. Für seinen Roman „Adams Fuge“ erhielt er den Tukan-Preis 2011, „Glückskind“ (2012) wurde von Michael Verhoeven verfilmt. 2015 erschien der Gedichtband Tagebuch. Uhly lebt in München.

Steven Uhly. Foto: Mathias Bothor
Steven Uhly. Foto: Mathias Bothor