TATENDRANG – Izabela Mittwollen

Ausstellung über Oldenburger Geschäftsleute und Kulturschaffende in der Pandemie

Mehr als ein Jahr hat die Oldenburger Fotografin Izabela Mittwollen mit ihrer Kamera Geschäftsleute, Künstlerinnen und Künstler durch die Pandemie begleitet. In einer Kooperation des Stadtmuseums und der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg ist eine Auswahl von rund 140 Aufnahmen vom 4. bis zum 20. Juni 2021 in der Kulturhalle am Pferdemarkt zu sehen.

Wie lässt sich eine Krise abbilden, die sich vor allem durch einen erzwungenen Stillstand auszeichnet? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Überlegungen von Izabela Mittwollen. Die 39-Jährige, die seit dem Herbst 2019 als selbstständige Fotografin in Oldenburg tätig ist, fand schnell eine Antwort: „Ich wollte mit den Leuten sprechen und das Besondere der Situation zeigen.“ Sie knüpfte erste Kontakte, fragte ihre Gesprächspartnerinnen und -partner nach ihren Erfahrungen in der Pandemie, vereinbarte Fototermine. Und das gleich mehrmals im Jahr, um den Fortgang der Geschehnisse zu dokumentieren.

Ausstellung und Buch

„Das Tatendrang-Projekt besteht aus zwei Teilen, der Ausstellung und einem Buch“, sagt Izabela Mittwollen. Während in dem im Isensee-Verlag erschienenen Bildband Texte und Fotografien eine Balance bilden, liegt der Schwerpunkt der Ausstellung in der Kulturhalle am Pferdemarkt auf den Fotos. Zu sehen sind etwa Schauspielerinnen, die monatelang nicht auf der Bühne standen. Händler, die keine Kunden in ihre Läden lassen durften. Oder Kneipiers, bei denen der Zapfhahn verschlossen blieb. Insgesamt umfasst die Bilderschau rund 140 Schwarzweiß- und Farbaufnahmen.

Izabela Mittwollen gibt Einblicke in das Seelenleben jener, die Corona hart getroffen hat, ohne selbst daran erkrankt zu sein. So stellt sie Geschäftsleute in ihren mit Waren prall gefüllten, jedoch menschenleeren Läden vor und lichtet Kulturschaffende auf Bühnen ab, vor denen das Wichtigste fehlt: das Publikum. Mit großer Sensibilität gelingt es ihr, Oldenburgerinnen und Oldenburger in der Ausnahmesituation zu porträtieren – mal traurig und verbittert, mal mit erschreckend leerem Gesichtsausdruck, mal furchtlos und voller Widerstandskraft.

Dokumentation von Oldenburger Geschichten und individuellen Perspektiven

„Die Ausstellung ist eine Dokumentation von Oldenburger Geschichten und individuellen Perspektiven des außerordentlich schwierigen Jahres 2020 in unserer Stadt“, erklärt Dr. Steffen Wiegmann, Leiter des Stadtmuseums Oldenburg. „Sie ist in Beteiligung zahlreicher Akteurinnen und Akteure entstanden und in ihrem künstlerischen Ausdruck intensiv und ästhetisch sehr beeindruckend. Als Stadtmuseum freuen wir uns über die vorhandene Kreativität und Lebendigkeit der Oldenburger Kulturlandschaft und sehen es als Aufgabe, diese in ihrer Vielfalt sichtbar zu machen.“

Für ihre Idee, die Folgen der Pandemie zu dokumentieren, fand Izabela Mittwollen eine Reihe von Mitstreitern. So gilt ihr Dank der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg, dem Stadtmuseum, der Oldenburgischen Landschaft, der GSG und der Agentur Mediavanti. „Ohne ihre großartige Unterstützung wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, bekräftigt die Fotografin.

Ausstellung vom 4. bis 20. Juni

Die Ausstellung „Tatendrang“ ist vom 4. bis 20. Juni in der Kulturhalle am Pferdemarkt zu sehen. Geöffnet ist montags bis donnerstags zwischen 14 und 18 Uhr, freitags und samstags 14 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.