Bäume im trockenen Sommer

Wie überstehen die Bäume im Stadtgebiet den trockenen Sommer?

Oldenburg verfügt über zahlreiche Bäume im Stadtgebiet: insgesamt sind es etwa 70.000. Ganz allgemein ist festzuhalten, dass bei etwa 40.000 Straßenbäumen und etwa 30.000 Bäumen im öffentlichen Grün keine belastbaren Zahlen vorliegen, wie der Zustand all dieser Bäume ist.

Insbesondere an den innerstädtischen Standorten hat die große Hitze und Trockenheit im Sommer 2019 jedoch erkennbar Spuren hinterlassen. Vertrocknete Jung- und Altbäume, welke, gelbe und braune Blätter an älteren Linden, Hainbuchen, Ahorn, Birken, Ebereschen und anderen Gehölzen, sowie Rotbuchen mit schütteren Baumkronen sind im gesamten Stadtgebiet zu finden. Weiterhin ist eine Zunahme von belaubten Starkastausbrüchen (Grünastausbruch) festzustellen.

Schäden wie Totholzbildung und Vitalitätsabfall
Als Folge der zwei aufeinander folgenden Dürrejahre werden die Bäume zunehmend Totholz bilden, da nicht alle Kronenteile ausreichend versorgt wurden. Dies wiederum führt im Hinblick auf die Verkehrssicherungspflicht besonders im Straßenbaumbestand in den Folgejahren zu einem erhöhten Pflegeaufwand.

Die derzeitigen Schäden sind im Wesentlichen nicht auf Insekten oder Pilze zurückzuführen. Gleichwohl ist durch den Trockenstress und dem damit verbundenen Vitalitätsabfall ein höherer Krankheits- und Schädlingsdruck zu befürchten.

Waldbäume kommen in der Stadt an ihre Grenzen
Das natürliche Verbreitungsgebiet der heimischen Bäume sind Waldstandorte. In städtischen Bereichen kommen die Waldbäume aufgrund der schwierigen Standvoraussetzungen an ihre Grenzen. Diese Bedingungen verlangen den Einsatz von Arten und Sorten, die ihre Funktion trotzdem erfüllen können. Wo heimische Arten versagen oder nur eingeschränkt tauglich sind, stellen Züchtungen und nicht heimische Pflanzen aus semiariden Gebieten (Gebiete mit größerer Trockenheit) daher die bessere Alternative dar.

Wie hat die Stadt auf die Trockenheit reagiert?

Im Hinblick auf den Klimawandel werden in der Stadt in Abhängigkeit vom Standort daher zunehmend klimatolerante Stadtbaumarten und -sorten verwendet, die sich im unterirdischen und oberirdischen Raumbedarf beziehungsweise der Kronenform an die gegeben Bedingungen anpassen. Eine generelle Aussage zu einzelnen Baumarten kann es jedoch nicht geben. Heimische Baumarten und -sorten können im innerstädtischen Bereich nur bei zusagenden Standortvoraussetzungen zum Einsatz kommen und die Verwendung von gebietsfremden, klimatoleranten Bäumen wird als Folge zunehmend in Betracht gezogen.

Straßenbaumliste als Grundlage
Als Grundlage der Baumauswahl dient bei entsprechenden Standorten die regelmäßig bearbeitete GALK-Straßenbaumliste (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz e.V.), die unter anderem die sich ändernden Rahmenbedingungen durch Klimaänderungen und deren Folgen berücksichtigt. In dieser Liste finden sich inzwischen viele Baumarten zum Beispiel aus Südeuropa, Nordamerika und Asien, die mit den klimatischen Zuständen in Innenstädten weitaus besser zurecht kommen als die hier in Norddeutschland eigentlich heimischen Gehölze.

Stiel-Eiche häufig verwendet
Deshalb stehen am Julius-Mosen-Platz inzwischen Eisenholzbäume (Parotia persica – Herkunft Kleinasien) oder um das Rathaus Schnurbäume (Sophora japonica – Herkunft Asien). Zu den häufig verwendeten Straßenbäumen gehört allerdings weiterhin die heimische Stiel-Eiche (Quercus robur), die für viele Standorte an Straßen geeignet ist.