Digitalisierung, Mobilität und Nachhaltigkeit

Bremen, Oldenburg und Groningen arbeiten bei Zukunftsthemen eng zusammen

Die Städte Bremen, Oldenburg und Groningen wollen den Prozess der Digitalisierung, die Wende in der Mobilität und eine umfassende Nachhaltigkeit aktiv gestalten. Ziel ist es, im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen zu neuen, zukunftsfähigen Lösungen in öffentlichen Dienstleistungen zu kommen, intelligente Mobilitätslösungen anzubieten und dabei die wirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen. Auf diese Kernaussagen haben sich die drei Bürgermeister bei einem Treffen am Donnerstag, 13. Juni 2019, in Oldenburg verständigt.

Kompetenzen bündeln
Dabei ist auch deutlich geworden, dass jede der drei Städte durchaus eigene Ansätze verfolgt. „Die Städte verfügen bereits über wissenschaftliche und unternehmerische Kompetenzen, sowie bereits laufende Projekte in diesen Themenfeldern. Darüber hinaus hat aber jede Stadt einen spezifischen Fokus für sich und ihre Bedarfe entdeckt. Gerade deshalb ist der Austausch aber so wertvoll und soll in der kommenden Zeit intensiviert werden“, sagt Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Gemeinsam wollen die Städte Folgendes erreichen:

  • Auf Grundlage der bestehenden Projekte und Ideen neue aktuelle Technologien integrieren.
  • Die Sichtbarkeit der Innovationen bei den Schwerpunktthemen über die Grenzen der einzelnen Stadt hinweg auf internationaler Ebene erhöhen.
  • Den Austausch zwischen den wissenschaftlichen Einrichtungen der Städte und zwischen den wirtschaftlichen Partnern fördern und den Wissensaustausch durch innovative Formate und digitale Tools vermehren.
  • Grenzübergreifende Gemeinschaftsprojekte zu den neuen Themenschwerpunkten initiieren und Startup-Ökosysteme weiter entwickeln.

Rückblick und Ausblick
Fast ein Jahr nach der Ausarbeitung einer gemeinsamen Roadmap wurden die Fortschritte der Zusammenarbeit vorgestellt: Im Bereich Startups hat ein regelmäßiger Austausch der Fachexpertinnen und Fachexperten zu den unterschiedlichen Förderangeboten und Strategien stattgefunden. Der Austausch zielt darauf ab, die jeweiligen Angebote der Städte um die erfolgreichen Ansätze der anderen Städte zu erweitern. In Zukunft sind in diesem Bereich auch gemeinsame Informationsangebote geplant.

Peter den Oudsten, Bürgermeister von Groningen, hat klare Erwartungen an diesen Prozess: „Es geht um ein junges, dynamisches und nachhaltiges System des Austausches. Dabei können wir von dem internationalen Netzwerk stark profitieren.“

Stand der Green City Masterpläne
Im Bereich der Mobilität haben Bremen und Oldenburg im vergangenen Jahr ihre Green City Masterpläne erarbeitet, vorgestellt und mit der Umsetzung der enthaltenen Maßnahmen begonnen. Zwischen den Vorhaben der Städte lassen sich relevante gemeinsame Themen benennen: Eines davon ist der Einsatz von Lastenrädern zur Belieferung im innerstädtischen Bereich. Eine konkrete Erprobung und Umsetzung ist in allen drei Städten geplant oder schon erfolgt. Diese soll zur Reduktion des Verkehrsaufkommens beitragen. Ein weiteres zentrales Thema ist die Förderung von alternativen Antriebstechnologien und Mobilitätskonzepten; insbesondere für den öffentlichen Nahverkehr, um die lokale Schadstoffbelastung zu reduzieren.

Intelligente Verkehrskonzepte wichtiger denn je
Bremens Bürgermeister Carsten Sieling: „Intelligente Verkehrskonzepte sind für eine Großstadt wie Bremen zukünftig wichtiger denn je. Hier sind wir bereits gut unterwegs, wie zum Beispiel in der Elektromobilität beziehungsweise bei der Entwicklung von alternativen Antriebstechniken, der Forschung zum autonomen Fahren, bei der möglichen Elektrifizierung von Busverkehren im ÖPNV oder für private Anlieferverkehre. Der Masterplan Green City wird bei uns unter anderem durch die beispielhaft genannten Projekte mit Leben erfüllt.“

Digitalisierung als weiteres Kernthema
Für den Bereich der Digitalisierung haben die Städte Groningen und Oldenburg gemeinsam mit ihren Universitäten ein europäisches Forschungsprojekt mit einem Projektvolumen von insgesamt 5 Millionen Euro eingeworben. Zielsetzung ist es, prototypische Anwendungsfälle für die Blockchain in der öffentlichen Verwaltung zu identifizieren und umzusetzen. Ergänzend findet zwischen den Städten ein Austausch zu zentralen Themen der Digitalisierung der Verwaltung statt.

Förderung der Wasserstoffthematik
Die Produktion und Nutzung von Wasserstoff als Energielieferant und -speicher nimmt in allen drei Städten eine zunehmende Bedeutung ein und spiegelt sich in dem initialen Aufbau der Infrastruktur, aber vor allem auch in der gemeinsamen strategischen Positionierung wieder. Projektanträge zur weiteren Förderung der Wasserstoffthematik als ein Pfeiler einer nachhaltigen Stadtentwicklung wurden gestellt. Zudem soll in den Städten Bremen und Oldenburg eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung von energetisch nachhaltigen Gewerbegebieten durchgeführt werden.

Blick in die Zukunft
Die drei Städte haben sich durch die bewährte grenzübergreifende Zusammenarbeit und den engen und vertrauten Austausch miteinander in eine sehr gute Ausgangslage zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen begeben. Die Bürgermeister betonten auf ihrem Treffen, die Zusammenarbeit auch in der Zukunft weiter auszubauen und stärken zu wollen.

Zum Hintergrund
Am 28. September 2017 haben Bürgermeister Dr. Carsten Sieling im Namen der Freien Hansestadt Bremen, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann im Namen der Stadt Oldenburg und Bürgermeister Peter den Oudsten im Namen der Stadt Groningen eine schriftliche Vereinbarung getroffen, wonach die bereits bestehende Städtekooperation aus dem Jahr 2009 um die Themenschwerpunkte Digitalisierung, Mobilität und Nachhaltigkeit erweitert werden soll.

Gemeinsam haben die Städte seitdem einen gemeinsamen Action Plan erarbeitet. Insgesamt wurden zu den vier Themenfeldern Digitalisierung, Mobilität, Nachhaltigkeit und Startups rund 20 Themen identifiziert, zu denen sich die Städte untereinander austauschen. Das gegenseitige Lernen und die gemeinsame Umsetzung von Projekten sollen dabei im Vordergrund stehen. Weitere Partnerinnen und Partner sowie Expertinnen und Experten sollen zu den einzelnen Themen eingebunden werden.